Mittwoch , 28. September 2016
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Silhouetten von großen Städten zeigt die Lüneburger Malerin Karin Greife unter anderem bei ihrer Ausstellung in der Ratsbücherei. Foto: t&w
Silhouetten von großen Städten zeigt die Lüneburger Malerin Karin Greife unter anderem bei ihrer Ausstellung in der Ratsbücherei. Foto: t&w

Lüneburg wollte sie nie malen

oc Lüneburg. 1988 kam Karin Greife nach Lüneburg. Sie studierte Kulturwissenschaften, stieg in eine ganze Reihe von Jobs und festen Arbeitsstellen ein, leitete eine eigene Agentur und macht nun doch vor allem das, was sie immer am liebsten gemacht hat: Bilder. Maritimes. Florales. Abstraktes. „Lüneburg“, sagt Karin Greife, „Lüneburg wollte ich nie malen.“ Aber dann wurde sie dazu aufgefordert, „und ich hatte Farbe über, hab es probiert“  und es hat funktioniert. Ihre Lüneburg-Bilder sind gefragt, einige hängen zurzeit in der Stadt, bei Wabnitz und nun mit anderen Motiven bis Monatsende in der Ratsbücherei.

Dass sie das Thema Lüneburg scheute, ist verständlich. Die Stadt ist reich bemalt: Feininger, Illies, Kessler, Oberhoffer, Becker, Crone, Short, Lehm­pfuhl, Jakubeit, Frank...  die Liste ist lang. Karin Greife fügt ihre Sicht hinzu, es sind mehr Silhouetten und Konturen, die sie malt. Die üblichen Verdächtigen tauchen dabei auf: Alter Kran, Kirchen, Rathaus, Wasserturm, Giebel am Sande. Karin Greife komponiert sie neu, St. Johannis kann auch geschrumpft und knubbelig sein und neue Verwandtschaft bekommen.

Die Bilder entstehen in einer Mischtechnik, die Farben sind eher gedeckt als grell, das Plane und das Gespachtelte haben beide Raum auf der Leinwand. In der Ratsbücherei hängen neben Lüneburg-Motiven die Skylines anderer Städte: New York, Hamburg, Frankfurt, Barcelona etc. Manche sind recht konkret, bei anderen Bildern lösen sich Konturen und Flächen auf zu einem Eigenleben.

Freuen kann sich Karin Greife über eine ganze Menge von Aufträgen, etwa aus Firmen. Auch über Facebook macht sie ihre Kunst sichtbar, „mit Erfolg“, wie sie sagt. Im Spätsommer wird sie in Koproduktion mit Dirk Helbig (Barcelona) die Außengestaltung der entstehenden „Lets Rock“-Übungsräume gestalten. Der einzige Nachteil bei Aufträgen: Sie kommt weniger als gewünscht zu Themen, die sie auch interessieren, etwa die Abstraktion.

Karin Greife ist Autodidaktin, aber ihr Vater war Fotograf und Maler, da bekam sie sozusagen die Grundausbildung. In den kommenden Tagen zählt sie zu denen, die einen Vertrag für ein Atelier in der Kulturbäckerei unterschreiben, sie wird dort auch Kurse für Kinder der Kunstschule Ikarus geben.