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Strohhut, Baseballcap oder Schirm  ein jede(r) schützte sich auf eigene Art vor der kraftvollen Sonne. Konditionsschwierigkeiten zeigten die Lüneburger Symphoniker nicht. Foto: t&w
Strohhut, Baseballcap oder Schirm  ein jede(r) schützte sich auf eigene Art vor der kraftvollen Sonne. Konditionsschwierigkeiten zeigten die Lüneburger Symphoniker nicht. Foto: t&w

Wochenend und Sonnenschein

ff Lüneburg. Veranstalter von Open-Air-Konzerten brauchen eiserne Nerven. Regen, Sturm, Kälte oder Gluthitze, irgendwas ist ja immer. Doch Annette Wendland von der Neuen Arbeit hatte das Glück der Tüchtigen. Zwar zog eine düstere, pralle Wolke durch den Landkreis, doch der Lüneburger Kurpark wurde, kurz bevor es losgehen sollte, nur ganz am Rande gestreift. Strahlende Sonne, als am Sonnabend pünktlich um 15 Uhr Orchesterchef Thomas Dorsch den Lüneburger Symphonikern das Auftakt-Zeichen gab: Rossinis Ouvertüre zu „Die Italienerin in Algier“ erklang bei wunderbarem Wetter.

Gedacht war das Konzert  Eintritt frei, Soende erbeten  auch als Dank an das Publikum zum Saison-Ausklang des Theaters. Viele Besucher, es waren insgesamt rund 600, ließen sich im schattigen Wandelgang nieder, andere hatten Schirme mitgebracht  ob ursprünglich gegen Nässe oder Strahlung gedacht, bleibt unklar. Die Musiker hatten sich vor der direkten Sonne ein wenig in die Konzertmuschel zurückgezogen, schon wegen der empfindlichen Instrumente. Moderator Friedrich von Mansberg erinnerte, das ist jetzt ein paar Jahrzehnte her, an die große Zeit der Kur(park)konzerte. Die Besucher genossen einen bunten Reigen von vertrauten und anspruchsvoll-unterhaltsamen, melancholischen und glutvollen Melodien, von Verdi bis Gounod, von Franz Lehar über Paul Lincke  natürlich „Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft“  bis zu Leonard Bernstein. Zwar musste man/frau sich vor allem bei den Passagen der gut aufgelegten Solist(inn)en) ein wenig konzentrieren, denn bei sanft rauschenden Blättern und ohne Verstärkung erklang die Musik leiser als gewohnt. Dafür hatte sie eben diesen besonderen, etwas altmodischen Picknick-Charme einer Zeit, in der die Menschen noch nicht ihre Work-Life-Balance austarierten, sondern Feierabend hatten. Wochenend` und Sonnenschein, so soll es sein.

Dazu passt der nächste Kurpark-Konzert-Termin: Am Sonnabend, 12. Juli, 15 Uhr, singt der Herr Könnig Schlager der 20er- bis 40er-Jahre  hoffentlich wieder mit Monokel.