Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Im T.NT-Foyer immer ausverkauft, jetzt open air: das Grusical Struwwel-
peter. Foto: A/theater
Im T.NT-Foyer immer ausverkauft, jetzt open air: das Grusical Struwwel- peter. Foto: A/theater

Hornby, Kafka, Struwwelpeter

oc Lüneburg. Die Saison am Theater Lüneburg ist vorüber, beim theater im e.novum stehen auch bald Ferien an. Die Regie für aktives Bühnenleben übernimmt der Verein Zum Kollektiv. Er hat vor wenigen Monaten das Scharffsche Haus bespielt, jetzt hat er den Hof der alten Musikschule und den Rathausinnenhof an der Waagestraße gebucht. Zwei Tage lang, am 19. und 20. Juli, steigt ein Theaterfestival unter freiem Himmel  mit Gruppen aus dem Profi- und Laienbereich, Künstlern aus der Region und solchen mit längerer Anreise.

Der Innenhof der Musikschule wird am Sonnabend, 19. Juli, ab 13.30 Uhr bis 14.15 Uhr genutzt, zuerst von der Lüneburger Puppenspielerin Gabriele Parnow-Kloth mit ihrem Stück „Frieda & Frosch“, für alle ab drei Jahre. Um 16 Uhr folgt das Seniorenkabarett mit seiner Produktion „Alles Müll oder was?“, einer halbstündigen Revue über die Vielfalt, die so eine Tonne in sich birgt. Von 17 bis 18 Uhr werden die G-Breaker mit einer Breakdance-Performance erwartet, von 18 bis 22 Uhr sind musikalische Leckereien angekündigt.

Das theaterbegeisterte Publikum muss sich am Sonnabend entscheiden, denn auch im Rathausinnenhof geht es am Nachmittag los: Um 15 Uhr kommen für 45 Minuten die Festival-erprobten Weltenbrecher der Lebenshilfe mit Stefan Schliephakes Szenenfolge „Wo der Pfeffer wächst“. Um 17 Uhr folgt ein Solo: „Nipple Jesus“ von Nick Hornby. Die Geschichte des Museumswärters Dave, der ein schockierendes Kunstwerk beaufsichtigt, spielt Eckhard Ischebeck. Anschließend, um 19.30 Uhr, packt das Theater zur weiten Welt seine Produktion „Medea  Mitten ins Herz“ (frei nach Euripides) aus. Nach dem Drama von Liebe und Hass setzt das Theaterreferat der Leuphana den Schlusspunkt, um 22 Uhr (bis 23.30 Uhr) mit Maxim Gorkis „Nachtasyl“, einem Treffpunkt gescheiterter Existenzen. Das Programm mündet in die „Schall und Rauch“-Aftershowparty im Salon Hansen.

Nach der Show ist vor der Show: Am Sonntag wird im Rathausinnenhof ab 13.30 Uhr gespielt. Zum Start tritt Martin Skoda mit seiner am Theater Lüneburg gezeigten szenische Lesung von Franz Kafkas „Die Verwandlung“ auf. Poetry Slammer vom Kampf der Künste werden ab 16 Uhr ganz andere, lautere Akzente setzen. Nach ihnen folgt wieder ein Solo­stück, eines der erfolgreichsten der vergangenen Jahre: Patrick Süskinds „Der Kontrabass“, um 19 Uhr gespielt von Michael Kamp. Das Festival endet mit einem der dauerausverkauften Stücke des Theaters Lüneburg: Gregor Müller, Philip Richert und Mitstreiter zeigen um 21.30 Uhr den „Struwwelpeter“. Die „Junk Oper“ kommt Ende November wieder ins Theater Lüneburg.

Der Musikschulinnenhof wird am Sonntag zweimal zur Bühne: Ab 17.30 Uhr heißt es für eine Stunde „Probier dich aus“ beim Improvisationstheater, von 19 bis 20.30 Uhr sorgen Tom Schmidt und Lukas Jantzen für „Wi(e)dersprüche“.

Das Tagesticket für das Theater-Festival kostet 18,80 Euro, das Zwei-Tage-Ticket 21,80 Euro (ermäßigt 12,80 bzw. 15,80 Euro). Der Vorverkauf läuft, unter anderem an der LZ-Theaterkasse, Am Sande.