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Nils Peters arbeitet mit deutlichen Zeichen in seinen Bildern  und zeigt die Schönheit des Nichtperfekten. Foto: t&w
Nils Peters arbeitet mit deutlichen Zeichen in seinen Bildern  und zeigt die Schönheit des Nichtperfekten. Foto: t&w

Das Haar in der Suppe

oc Lüneburg. Nils Peters lebt in Todendorf, das liegt bei Ahrensburg, er ist Naturwissenschaftler, arbeitet in Hamburg, hat zwei Kinder. Ein ausgefülltes Leben. Er hat aber noch eine Leidenschaft, und seitdem er auf das Fernsehen verzichtet, findet er einigermaßen Zeit zum Malen. Mittlerweile blickt der 42-Jährige auf acht Jahre Bildermachen zurück. Mit vorwiegend großformatigen Werken ist er nun zu Gast in der Lüneburger Galerie im Zieglerhof. Sein Thema ist die Schönheit des Nichtperfekten.

Auslöser war seine Doktorarbeit. Trotz vieler Korrekturleser entdeckte er, als es zu spät war, einen Fehler  „ich bin fast wahnsinnig geworden.“ Peters hat dazugelernt, „man muss auch mal das Haar in der Suppe lassen“, sagt er. Ideen für seine Bilder entstehen meist über Wörter. Sie lösen in ihm Geschichten aus, die sich in Formen, Flächen, Farben niederschlagen. Geschichten sind das aber, die sich Betrachtern nicht erschließen. Denn bis auf Reste von Schrift, Ausrissen aus Zeitungen oder Kartons, Andeutungen von Gegenständlichem oder signalhaften Zeichen bleiben die Bilder abstrakt.

Verwitterungszustände reizen Nils Peters. Seine Bilder baut er aus mehreren Schichten auf, er nutzt verschiedenstes Material, Sand, Pappe, Textiles  „es muss warm sein“, sagt Peters. Das spiegelt sich auch bei seiner Farbwahl. Peters fokussiert seine Bilder auf wenige Motive wie ein Kreuz oder einen Stern und auf einen Grundton, das gibt den Bildern Ruhe. In der Vorgabe aber passiert viel, weitere Farben mischen sich hinzu, sie können flächig aufgetragen sein oder im freien Lauf eigenwillige Spuren ziehen. Immer entwickeln sich die Bilder aus einer spürbaren Vorplanung und einem Prozess des Nichtvorhersehbaren. Das erzeugt Spannung.

„Zurück zur Ordnung“ ist die Ausstellung überschrieben, sie wird am Freitag, 8. August, um 18 Uhr eröffnet und läuft bis Ende August.

Die Galerie im Zieglerhof präsentiert sich zurzeit mit zwei weiteren Galerien in der Hamburger On-Off-Galerie. Zieglerhof-Galerist Armando Esfandiary zeigt dort neben Bildern von Heike Bader und Fotografien von Steffen Ulbrich eigene Werke. Vertreten ist auch Michael Kastner aus Hitzacker mit Bildern von Hermann Schlüschen. Die On-Off-Galerie liegt in der Hafencity, Osakaallee 16.