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André Haferkorn schaut aus der Tür des Rübe-Horts an der Hasenburg. Hier entwirft er wieder eine Landschaft, die aus der Sprühdose kommt. Foto: t&w
André Haferkorn schaut aus der Tür des Rübe-Horts an der Hasenburg. Hier entwirft er wieder eine Landschaft, die aus der Sprühdose kommt. Foto: t&w

Burg, Hase und Rübe sind Pflicht

oc Lüneburg. Ohne Burg und Hase geht natürlich nichts. Kritische Betrachter hat André Haferkorn, kurz DAN, jede Menge, wenn er zu den Containern geht. Daniel, Johann, Amélie, Emil gehören dazu und alle, die einmal um die Grundschule herum den Hort in der Hasenburg besuchen. Und eine Rübe muss selbstverständlich auch aufs Blech, schließlich betreut Die Rübe dort 70 Grundschüler. Jetzt sind Ferien, jetzt kann Haferkorn in Ruhe zur Sprühdose greifen.

„Ich bin wohl der Mann für große Flächen“, sagt der Lüneburger. Er hat schon etliche große Panoramen gesprayt. Meistens sind es Fantasielandschaften, die er für Kindergärten, Festivals und Firmen auf Hallenwände, Bauwagen und wie jetzt auf Container überträgt.

Die Rübe hat einige davon auf dem Schulhof stehen. Auf dem Blech haben einige, die feige sind und anonym zur Dose schreiten, ihre Tags, ihre Markenzeichen hinterlassen. Die waren hässlich. „Es war alles zugeschmiert, wir wollen es hier aber kinderfreundlich haben“, sagt Erzieher Tim Dziewas. Jetzt werden zumindest Teile der Container Wand um Wand farbenfroh mit neuen Motiven überdeckt.

Begonnen hat Haferkorn noch vor den Sommerferien, aber immer erst, wenn der Hort schloss. Beim Sprayen werden Dämpfe frei, und vom Farbnebel sollten die herumtollenden Kinder auch nichts abbekommen. Ideen der Kinder aber greift er auf.

Rund 200 Dosen hat Haferkorn in einem Raum an der Schule gebunkert. Die Kunst des Sprayens ist kostenintensiv, reich werden kann man damit nicht. „Es ist eben immer auch eine Herzensangelegenheit“, sagt Haferkorn, der unter anderem 2013 für den Kindergarten der Waldrüben im Einsatz war.

Technisch sind die Container für den Spraykünstler gar nicht so einfach zu gestalten. Denn sie bieten ja keine große glatte Fläche, sondern die Bleche werden von senkrecht laufenden Vertiefungen geformt. Die permanenten Übergänge wollen mit Bedacht genommen werden, damit das Ganze schließlich einheitlich wirkt.

Haferkorn alias DAN, der in einem Bauwagen lebt, kommt aus der Graffity- und Street-Art-Szene. Er hat eine Menge Techniken ausprobiert und sucht immer nach neuen Möglichkeiten. In der Disco Garage zum Beispiel stellte er Bilder und Installationen aus, die er mit fluoreszierenden und phosphoreszierenden Farben schuf, sie leuchten unter ultraviolettem Licht. Für seine raumgreifenden Objekte nutzt er oganisch wirkende Astvernetzungen, Porenbetonstein und immer wieder Material und Formen, die der Natur entstammen.

Die Kunst des Sprayens aber steht im Mittelpunkt. Haferkorns Werke begegnen Lüneburgern im Stadtbild, zum Beispiel auf Schaltkästen der Purena. Das Sprayen ist aber auch eine Schönwetterkunst.