Donnerstag , 29. September 2016
Aktuell
Home | Kultur Lokal | Mehr Licht, mehr Kosten
Über gut gebuchte Ferienkurse freut sich Margaretha Stumpenhusen von der Kunstschule Ikarus. Foto: ff
Über gut gebuchte Ferienkurse freut sich Margaretha Stumpenhusen von der Kunstschule Ikarus. Foto: ff

Mehr Licht, mehr Kosten

ff Lüneburg. Skulpturen aus Ton und Pappmaché, herausgeschlagen aus Ytong-Stein, geschnitten aus Seife: Es gibt ordentlich etwas zu sehen auf dem Arbeitstisch, der nun als Ausstellungsfläche dient. Kinder der Kunstschule Ikarus haben in der vergangenen Woche eine Reihe von Techniken ausprobiert, jetzt führt die zehnjährige Telly den Besuchern die Kunstwerke vor. Die Ferienkurse sind voll belegt, noch wird in den Kellern der alten Musikschule An der Münze gebastelt, gemalt, gefilzt, gedruckt und gesägt. Der Gebäudekomplex wartet auf neue Nutzer, Ikarus zieht um, am 25. Oktober sollen die neuen Räume in der Kulturbäckerei eröffnet werden. Aber der Umzug in das schöne neue Domizil birgt auch einige Risiken.

„Die Ferientermine sind ausgebucht, für die Ballettkurse haben wir mittlerweile Wartelisten“, sagt Margaretha Stumpenhusen, Gründungsmitglied der Kunstschule und Vorsitzende des Trägervereins. Nicht ganz so gut sieht es bei Veranstaltungen außerhalb der Ferien aus, da macht das Ikarus-Team die gleichen Erfahrungen wie die Sportvereine und die Musikschulen: Seit der Einführung des Acht-Jahre-Gymnasiums ist bei den Kids die Freizeit knapper geworden. Rund 300 Anmeldungen gab es im vergangenen Jahr, zwischenzeitlich herrschte Verwirrung bei Eltern und Kindern wegen wechselnder Anmelde-Ansprechpartner und Treffpunkte.

Das Problem ist bald gelöst. Drei Räume mit insgesamt 180 Quadratmetern stehen dann den Kunstschüler(inne)n zur Verfügung. Die kosten 16000 Euro im Jahr, die Keller in der Musikschule sind zurzeit gratis. „Wir stellen Förderanträge bei der Stadt und dem Landkreis“, so Margaretha Stumpenhusen, „hoffen auf Spender und die Sparkassenstiftung“. Vom Land Niedersachsen und dem Lüneburgischen Landschaftsverband erhofft sich das Ikarus-Team Unterstützung, helfen soll außerdem ein neuer Förderverein, die erste Sitzung ist im September.

Noch aber wird im alten Haus gewerkelt, die letzten Nutzer der stillgewordenen Musikschule werden Jorid Müllers „Buchkinder“ zum Abschluss der Sommerferien sein. Am kommenden Freitag, 15. August, 12 Uhr, lädt Ikarus noch einmal zu einer Werkschau der aktuell entstandenen Ferien-Kunstwerke.