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Blick in das Holzkohlewerk  neben solchen Por­träts hat Dan Hannen Wert darauf gelegt, im Arbeitsprozess möglichst unbemerkt zu bleiben. Foto dan hannen
Blick in das Holzkohlewerk  neben solchen Por­träts hat Dan Hannen Wert darauf gelegt, im Arbeitsprozess möglichst unbemerkt zu bleiben. Foto dan hannen

Arbeitsplatz Lüneburg

nm Lüneburg. Einst war es das Salz, das der Hansestadt zur wirtschaftlichen Blüte verhalf. Heute lebt die Gewinnung des „weißen Goldes“ lediglich in der Historie fort. Die Marke „Made in Lüneburg“ etablierte sich indessen weiter, bis hin zu den internationalen Märkten. Für die Ausstellung in der Reihe „KultURsprung“, die heute, Dienstag, um 19 Uhr in der Industrie- und Handelskammer eröffnet wird, fing der Lüneburger Fotograf Dan Hannen Situationen aus dem Arbeitsalltag von zehn Lüneburger IHK-Unternehmen ein  hintergründig, mit erzählendem Gestus und befreit von werblichen Gedanken.

In großem Format präsentieren sich oft poetische Abbilder von Produktionsprozessen aber auch von jenen Menschen, die mit ihrem Einsatz täglich für die Umsetzung von Fabrikaten „Made in Lüneburg“ sorgen. „Es war die Herausforderung, oft sehr technischen und eher unemotionalen Abläufen in den Bildern eine erzählende Komponente zu verleihen“, so Dan Hannen. „Ich wollte Momentaufnahmen einfangen, die einen kurzen Blick hinter die produktiven aber auch hinter die menschlichen Fassaden zulassen.“

Dafür gewährten ihm zehn Lüneburger Betriebe Einlass in ihre Produktionsstätten: Tec Hünert mit dem Bau von Rolltreppen, die Ackermann Ledermanufaktur, Erich Rothe, Impreglon, Roy Robson, Uvex Arbeitsschutz, die Ziegelmanufaktur von Jörg Furhop, Dr. Scholze Confiserie, das Lüneburger Holzkohlewerk und schließlich Jens-Peter Konik.

Nicht immer waren die Bedingungen für Fotograf und Kamera optimal, oft ging es in entsprechender Schutzkleidung an die Arbeit. Einen halben Tag lang begleitete er Fertigungsprozesse, erhielt Einblicke in die Verarbeitung, knüpfte Kontakte zu den Mitarbeitern: Stunden, in welchen es ihm gelang, sich „unsichtbar“ zu machen, in denen er nicht mehr als Fremdkörper empfunden wurde, sich frei bewegen konnte.

Entstanden sind unter anderem Porträts, die geschilderten Arbeits-Situationen sind durchweg nicht inszeniert. Dan Hannen fotografierte spontan, häufig in beachtlichem Tempo die Arbeitsschritte verfolgend, mit reduziertem Equipment. Er ließ sich Zeit für Bewegungsunschärfen, verzichtete auf künstliche Lichtquellen zugunsten des authentischen Ausdrucks. Geräusche, Temperaturen, Gerüche, das zum Teil rasante Tempo von routinierten Handgriffen  all dies scheint ausgeblendet. Was bleibt, ist die Atmosphäre des Augenblicks, die sonst unbemerkt verstrichen wäre.

Zu sehen ist eine Auswahl von 20 Motiven, die Ausstellung läuft bis zum 24. Oktober.