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Karin Greife arbeitet bereits in der Kulturbäckerei, freut sich über ein eigenes Atelier. Noch ist die Künstlerin die einzige, die in dem geräumigen Gebäude arbeitet. Foto: ff
Karin Greife arbeitet bereits in der Kulturbäckerei, freut sich über ein eigenes Atelier. Noch ist die Künstlerin die einzige, die in dem geräumigen Gebäude arbeitet. Foto: ff

Lautloser Startschuss

ff Lüneburg. Die Steckdosen funktionieren bereits  die Lampen leuchten und die Kaffeemaschine gluckert. Beides ist für Karin Greife unverzichtbar. Die Malerin hat ihr Atelier in der Kulturbäckerei bezogen. Karin Greife war die letzte erfolgreiche Bewerberin für einen Raum in dem Kulturzentrum, das am Sonnabend, 25. Oktober, offiziell seine Tore öffnet. Schauspieler, Kunsthandwerker Maler und Fotografen wollen hier einziehen. Nun ist sie diejenige, die den Kultur-Betrieb in dem Gebäude aufnimmt.

Das Atelier, gleich neben dem Haupteingang, war ursprünglich als Büroraum geplant  mit Teppichboden. Also hat Karin Greife dekoratives Linoleum darübergelegt: „Ich kleckse extrem, benutze viel Farbe“, sagt die Malerin. Der Raum ist nicht besonders groß, aber geprägt von einer behaglichen Kreativität  „für mich der reine Luxus“. Bisher stand die Staffelei der Lüneburgerin daheim irgendwo zwischen Bett und Schreibtisch. Jetzt ist Platz zum Ausbreiten, für die Bilder, die Regale mit den Malutensilien, zwei Stühle  vom Sperrmüll, aber fast wie neu  und eben die Kaffeemaschine. Auf der Staffelei steht ein Bild, das nicht typisch ist für Karin Greifes Arbeit: ein Entwurf zu Jürgen Thieles Probenraum-Zentrum „Let`s rock“, das in der Lise-Meitner-Straße entsteht und passend bemalt werden soll. Motive für das Rundum-Gemälde sind vor allem branchenübliche Musikinstrumente wie Schlagzeug und E-Gitarre (genauer: eine Fender Stratocaster) und Gebäude der Stadt Lüneburg. Damit soll auch die Verbundenheit der Rock-Szene mit der Stadt dokumentiert werden. Fünf Bands haben den Mietvertrag unterzeichnet, drei weitere können dort noch unterkommen.

Für Karin Greife symbolisiert das eigene Atelier auch eine Situation des Aufbruchs: Nach dem Studium der Kulturwissenschaften etablierte sie sich mit einer Werbeagentur, „aber jetzt möchte ich zu 95 Prozent Malerin sein“. Es läuft nicht schlecht, eine Reihe von Firmen bestellte Gemälde bei der Malerin, die einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf Architekturen und Skylines gelegt hat. Eine Lüneburg-Ansicht zeigt sogar schon neben den Altstadt-Giebeln das Libeskind-Audimax. Die restlichen fünf Prozent sind unter anderem einem Unternehmen gewidmet, das „Kunstfabrik“ heißen wird.

Jetzt aber wird das Atelier No. 12 in der Dorette-von-Stern-Straße erst einmal wieder abgeschlossen. Karin Greife will zusammen mit ihrem Kollegen Dirk Helbig im Baumarkt Farbe kaufen, für das Rockzentrum.