Donnerstag , 29. September 2016
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Blick in den Ballettsaal: Kerstin Kessel stellt die aktuelle Arbeit mit dem Nachwuchs vor. Foto: ff
Blick in den Ballettsaal: Kerstin Kessel stellt die aktuelle Arbeit mit dem Nachwuchs vor. Foto: ff

Keine Möbel für Dr. Faust

ff Lüneburg. Das Studierzimmer des Dr. Faust besteht nur aus einem Tisch  noch. Wie die Bühne bei der Premiere des berühmten Goethe-Klassikers am 26. September aussehen wird, verrät Katja Stoppa als Regisseurin und Moderatorin heute nicht. Das soll eine Überraschung werden, und für eine öffentliche Probe muss eben das eine Requisit reichen. Gregor Müller und Philip Richert spielen eine Szene, das heißt, sie probieren, lassen sich von Heidrun Kugel als Souffleuse weiterhelfen, albern ein bisschen herum, zanken mit der Regisseurin und scherzen mit dem Publikum.

Mit dem obligatorischen Theaterfest hat die Lüneburger Spielzeit 2014/15 begonnen. Die Besucher schauen in den Ballettsaal, wo Kerstin Kessel junge Tänzerinnen herumscheucht, und ins große Haus, wo also gerade der gute alte Goethe geprobt wird und  eine Stunde zuvor  Kinder eine sehr eigenwillige Neunte von Beethoven zu hören beziehungsweise zu sehen bekommen haben. Denn diesmal sind neben den Lüneburger Sinfonikern und dem Moderator allerhand Tiere erschienen, die ihre eigene Vorstellung von einem unterhaltsamen Konzert pflegen.

Kahle Bühne: Gregor Müller und Philip Richert bei der Faust-Probe. Foto: ff
Kahle Bühne: Gregor Müller und Philip Richert bei der Faust-Probe. Foto: ff

Draußen vor der Tür wird Schach gespielt, gemalt, gebastelt und gebruzzelt, die Feuerwehr hat ihre Schläuche ausgerollt, die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Lüneburger Museums werben für ihren druckfrischen Kalender mit Exponaten des Hauses, die Kunstschule Ikarus verweist auf ihr neues Domizil in der Kulturbäckerei. Natürlich haben die Mitglieder der Niederdeutschen Bühne Sülfmeister und der Theater-Freundeskreis ihre Stände aufgebaut. Nebenan im T.3 gibt`s Puppentheater und eine Trailershow, ebenso im Studio, im Zelt vor dem Haupteingang steht das rote Sofa als Platz für Talkshows, und so geht es Schlag auf Schlag bis in den Abend hinein. Gar nicht so einfach für die Besucher, überall gleichzeitig zu sein.

Kurzentschlossene, die sich in der Abendgala einen Überblick auf die Saison verschaffen wollen, kommen ohnehin zu spät, die Revue ist  wie immer  seit langem ausverkauft. Die ersten Premieren: „Du, Du & Ich“, ein Schauspiel für junge Zuschauer von Theo Fransz, am Freitag, 19. September, 18 Uhr im T.3. Dann, Sonnabend, 19 Uhr, im großen Haus die Verdi-Oper „Rigoletto“ und am 26. September „Faust I“. Bis dahin werden Müller & Richert die Einflüsterungen Heidrun Kugels nicht mehr brauchen.