Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Mephisto (Gregor Müller) umgarnt Gretchen (Alisa Levin) in der Faust-Produktion, für die jetzt eine Zusatzvorstellung angesetzt wurde. Foto: theater/tamme
Mephisto (Gregor Müller) umgarnt Gretchen (Alisa Levin) in der Faust-Produktion, für die jetzt eine Zusatzvorstellung angesetzt wurde. Foto: theater/tamme

Politiker wollen Theater stärken

oc Lüneburg. Es kommt Bewegung in die Debatte um die künftige Finanzierung der sechs kommunalen Theater in Niedersachsen. Die beiden Lüneburger Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und Miriam Staudte (Grüne) starteten jetzt eine Initiative, der sich die Abgeordneten aus anderen Wahlkreisen mit kommunalen Theatern angeschlossen haben. Gemeinsam richteten sie einen Appell an die Landesregierung und die Regierungsfraktionen mit dem Ziel, die Grundförderung der Bühnen aufzustocken.

Hintergrund sind drohende Defizite, sie türmen sich auf, da die Förderung des Landes von 2005 bis 2011 eingefroren war, Tarifsteigerungen nicht mitgetragen wurden. Das Theater Lüneburg weist schon für das laufende Geschäftsjahr ein Minus von mehr als 300000 Euro aus. „Wenn das Land hier nicht aufstockt, werden die Tarif- und Kostensteigerungen der letzten Jahre nicht aufzufangen sein. Eine wirtschaftliche Schieflage des Theaters muss verhindert werden“, sagt Andrea Schröder-Ehlers.

Beide Abgeordnete sehen keinen wesentlichen Spielraum für Einsparungen beim Theater. „Im Landesvergleich ist Lüneburg, was die Wirtschaftlichkeit angeht, Spitzenreiter,“ betonen sie. Dies sei von Seiten der Kulturpolitiker der Regierungsfraktionen bei einem Treffen, das die Lüneburger Abgeordneten mit Vertretern des Theaters in Hannover arrangiert hatten, bestätigt worden.

Mit weiteren Gesprächen wollen die beiden Abgeordneten ihr Anliegen in die bevorstehenden Haushaltsberatungen einbringen. „Unser Theater ist in der Lüneburger Kulturszene nicht wegzudenken und hat Strahlkraft bis weit in die Nachbarkreise“, so Staudte und Schröder-Ehlers. Miriam Staudte verweist auf ein weiteres Problem: „Wir haben ein deutliches Ungleichgewicht zwischen der Förderung der drei Staatstheater und den kommunalen Theatern.“

Die laufenden Theater-Förderverträge mit dem Land werden zurzeit zum Jahreswechsel neu verhandelt. Das Land investiert aktuell 2,8 Millionen Euro für das Theater Lüneburg, die kommunalen Träger Stadt und Landkreis jeweils 1,41 Millionen. Die zuständige Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) hatte die Problemlage grundsätzlich anerkannt, aber deutlich gemacht, dass in ihrem Etat zurzeit nicht genügend Mittel vorhanden seien, um die Löcher zu füllen. Da sollte nach dem Willen der Abgeordneten bei den Haushaltsberatungen dringend nachgebessert werden. Für alle sechs kommunalen Theater geht es um rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr.

Zusatzvorstellungen

Aufgrund der großen Nachfrage bietet das Theater Lüneburg Zusatzvorstellungen von gleich drei Produktionen: Johann Wolfgang von Goethes „Faust I“ ist zusätzlich am 8. Dezember um 20 Uhr im Großen Haus zu erleben. Burkhard Schmeers bereits komplett ausverkaufte Gastspielproduktion „Das kleine Weihnachtsspektakel“ wird auch am 6. Januar um 20 Uhr sowie am 11. Januar um 19 Uhr im T.NT-Studio gezeigt. Und von Ulrich Hubs Schauspiel „An der Arche um acht“, das am 31. Oktober Premiere hat, wurden bereits zwei zusätzliche Schulvorstellungen am 22. und 23. Januar um jeweils 10 Uhr auf der Jungen Bühne T.3 angesetzt.