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Der rote Faden verbindet hier Hund und Frauchen beim Strandspaziergang, gemalt von Anja Essler. Foto: ff
Der rote Faden verbindet hier Hund und Frauchen beim Strandspaziergang, gemalt von Anja Essler. Foto: ff

Der rote Faden

ff Reppenstedt. Ein roter Faden solle sich durch ihre nächste gemeinsame Ausstellung ziehen, das beschlossen die Mitglieder des Kunst-Forums Gellersen im Frühjahr. Nun ist es soweit, die Präsentation im Rathaus Reppenstedt steht, und tatsächlich ist der Faden erkennbar  auch wenn einige Künstler/innen ein bisschen geschummelt haben beziehungsweise das Thema sehr frei interpretierten. Andere wiederum gaben der roten Linie eine Hauptrolle in ihrem Szenario.

Kunst-Forum Gellersen Gemälde von Gero Braeutigam. Foto: ff
Kunst-Forum Gellersen
Gemälde von Gero Braeutigam. Foto: ff

Insgesamt 41 Namen nennt der Flyer, der Schwerpunkt liegt auf der Malerei: Landschaften, abstrakte Arbeiten, Experimentelles und Klassisches. Patchwork, Fotografien, Seidenmalerei und Skulpturen markieren weitere Positionen. Der rote Faden also: Anja Essler schildert eine junge Frau beim Strandspaziergang, ein Hund zerrt an der (roten) Leine. Rotraut Griem adaptierte eine populärwissenschaftliche Darstellung aus dem Mikrokosmos: Tautropfen an Spinnenweb-Fäden. Die rote Linie taucht als als Schnürsenkel und Kragen-Schleifchen auf, als Seil, das in den Abrund führt (bzw. aus ihm heraus) oder einfach als Rinnsal verlaufender Farbe.

Anderswo ist die Farbe an sich der Hingucker, der Akzent, etwa bei einem, Kleidungsstück, einem Ball, im Abendrot, bei einem Dach, aber man darf es eben nicht immer so wörtlich nehmen. Rot erscheint als Signal für Gefahr, für Bedrohung, etwa in Gero Bräutigams großformatiger Abreit, die Nestle-Chef Peter Brabeck-Letmathe zeigt, eine ausgeplünderte, entwässerte Welt in den Krallenfingern. Und natürlich ist Rot auch immer die Farbe des Blutes.

Zwei Dutzend Arbeiten lassen sich handlich mit nachhause nehmen, erschienen ist der Kalender 2015 des Kunstvereins. Das Kunst-Forum Gellersen stellt bis 26. Oktober (jeweils sonnabends/sonntags 14 bis 18 Uhr) im Sitzungssaal des Samtgemeinde-Rathauses aus. Im kommenden Jahr wechselt das Forum in einen Saal das Sparkassen-Gebäudes gegenüber, das dann auch von der Gemeindeverwaltung übernommen wird. Vorteil für Kunst-Forums-Vorsitzende Helga Christoph: mehr Raum und eventuell die Möglichkeit, häufiger Ausstellungen einzurichten.