Aktuell
Home | Kultur Lokal | Jahr um Jahr mehr Besucher
Sie kümmern sich ums junge Publikum: (v.r.) Sabine Bahnsen als Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters, Heidrun Kugel als Tanztheaterpädagogin und Katja Meier als Theaterpädagogin. Foto: t&w
Sie kümmern sich ums junge Publikum: (v.r.) Sabine Bahnsen als Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters, Heidrun Kugel als Tanztheaterpädagogin und Katja Meier als Theaterpädagogin. Foto: t&w

Jahr um Jahr mehr Besucher

oc Lüneburg. Zum fünften Geburtstag gibt es Topfschlagen, Eierlaufen, Sackhüpfen, das ganze Programm. Gefeiert wird zugleich eine Erfolgsgeschichte, denn das T.3, die Junge Bühne des Theaters, hat in seinen ersten fünf Jahren die hohen Anforderungen, die der Kinder-/Jugendsparte zum Start vorgegeben wurden, mehr als erfüllt. Gefeiert wird am 31. Oktober mit einer Kindergeburtstagsparty, mit einem Empfang und vor allem mit einer Premiere, um 15 Uhr: „An der Arche um acht“ von Ulrich Hub.

Auslöser, dem Theater ein eigenes Haus für eine neue Sparte zu bauen, waren die Verhandlungen mit dem Land Niedersachsen zur Theaterförderung. 2005 forderte das Land per Zielvereinbarung ein erhöhtes Engagement im Kinder-/Jugendbereich. Dafür fehlte dem Theater aber der Platz. Kindertheater muss vormittags Programme anbieten, das ist im T.NT nicht machbar, da morgens über dem Raum geprobt wird, und das geht nicht ohne durchdringende Geräusche. Der damalige Intendant Jan Aust und Oberbürgermeister Ulrich Mädge setzten auf einen Neubau, Mittel aus der EU für Maßnahmen der Infrastruktur passten ins Konzept.

„Hundert Vorstellungen mit jeweils hundert Besuchern“ forderte das Land. „Da habe ich schon geschluckt, als ich mich bewarb“, sagt Sabine Bahnsen, die zur Spielzeit 2010/11 als Leiterin des Kinder-/Jugendtheaters in Lüneburg einstieg. Zu anhaltenden Schluckbeschwerden kam es nicht, das T.3 funktioniert sehr gut.

Chefdramaturg Friedrich von Mansberg lässt die fünf Jahre in Zahlen Revue passieren: „690 Vorstellungen, 70 Eigenproduktionen in allen Sparten plus Puppentheater plus Konzerte; 73000 Besucher bis heute, jedes Jahr wachsender Zuspruch, wir liegen jetzt bei mehr als 15000 Besuchern pro Jahr.“ Was auch wichtig ist, so Sabine Bahnsen: „Wir sind keine Konkurrenz zum theater im e.novum, bei uns spielen in erster Linie Profis für Kinder. Wir zeigen außerdem vor allem neue Stücke, es geschieht sehr viel bei den Autoren, es werden neue Formen ausprobiert. Das reizt mich, ich will nicht das Gleiche in Grün wie im Großen Haus machen.“ Bahnsen verweist auch auf eigene Projekte, etwa das Auftragsstück „Nah dran“, mit dem das Theater zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen wurde. Nach drei Durchgängen zu den Akten gelegt wurde allerdings „Salz“, der Kurzdramenwettbewerb, darauf sprang das Publikum nicht an.

Zum Erfolg des T.3 trägt bei, dass alle Sparten des Theaters sich mit reinhängen, „und alle machen es gern. Im T.3 zu spielen, ist eine gleichwertige Arbeit“, betont Sabine Bahnsen. Aktuell tanzt das Ballett „Dornröschen“ für alle ab vier Jahren. Ums Thema Scheidung geht es bei „Du, Du & Ich“ (ab zehn Jahren). Zum Geburtstag kommt die Komödie „An der Arche um acht“ mit Alisa Levin, Olga Prokot und Felix Breuel als Pinguine plus Fabian Kloiber als Taube. Und in den Proben steckt eine Koproduktion mit der Musikschule: Beim Musical „Fame“, Premiere am 14. November, weist der Kalender schon mehrere ausverkaufte Vorstellungen aus. Friedrich von Mansberg, der im T.3 auch große Oper für junge Leute in Szene gesetzt hat, führt Regie.

Junge Leute zu erreichen, die von allein nicht den Weg ins Theater finden, benennt von Mansberg als wichtige Aufgabe. Enger Kontakt wird zu Schulen und Kindergärten gehalten, darum kümmern sich als Theaterpädagoginnen Katja Meier und Heidrun Stahl. Generalproben sind für Lehrer öffentlich, es gibt Lehrer-Workshops und zu jeder Produktion Materialien, die im Unterricht genutzt werden können. In den Herbstferien, das ist neu, werden zwei Workshops angeboten, am 28. Oktober zu „Dornröschen“: 10 Uhr Vorstellung, anschließend folgt bis 13 Uhr ein Angebot für Fünf- bis Siebenjährige. Am 6. November geht es zu den gleichen Zeiten für Acht- bis Zehnjährige um das Stück „An der Arche um acht“.