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Jean-Luc und Nathalie (Gregor Müller, Ulrike Gronow) kommen aus dem Turteln kaum heraus, bei Christophe und Patricia (Martin Andreas Greif, Beate Weidenhammer) kriselt‘s dagegen schon länger. Foto: theater/tamme
Jean-Luc und Nathalie (Gregor Müller, Ulrike Gronow) kommen aus dem Turteln kaum heraus, bei Christophe und Patricia (Martin Andreas Greif, Beate Weidenhammer) kriselt‘s dagegen schon länger. Foto: theater/tamme

Viel Streit, viel Spaß

lz Lüneburg. Eine der erfolgreichsten Komödien der jüngeren Zeit kommt auf die Lüneburger Bühne. Gilles Dyreks „Venedig im Schnee“ feiert zurzeit in ganz Europa Erfolge. Boulevardkomödie und Gesellschaftskritik vereint das Stück, das am Sonnabend, 1. November, Premiere im Theater Lüneburg hat. Regie führt Frank-Lorenz Engel, der mit seiner Inszenierung von „Sunset Boulevard“ in der vergangenen Spielzeit für ein Highlight der Saison sorgte.

Worum gehts? Die ehemaligen Studienkollegen Christophe und Jean-Luc treffen sich zufällig nach langer Zeit wieder. Jean-Luc lädt den Freund samt Partnerin zu sich und seiner Verlobten Nathalie zum Abendessen ein. Die Gastgeber taumeln im Glück, planen ihre Hochzeit. Patricia und Christophe dagegen stecken in einer Krise. Nach einem Streit auf dem Weg zum Abendessen fasst Patricia den Entschluss, den ganzen Abend kein Wort von sich zu geben. Das überaus verliebte Gastgeber-Paar hält Patricia prompt für eine Ausländerin. Sie steigt in das Spiel ein, beginnt in einer Phantasie­sprache zu sprechen und erfindet ein vom Krieg geplagtes Heimatland. Spontan bieten die Gastgeber ihr Geschenke für die notleidende Bevölkerung an. Doch zeigt Nathalie, dass sie stärker von Klischees gegenüber vermeintlich armen Ausländern geprägt ist, als es sich Jean-Luc wünscht, und stellt damit ihre doch so traumhafte Beziehung auf eine harte Probe.

„Venedig im Schnee“ wurde 2003 in Paris uraufgeführt. Die überzogene Dekadenz der Figuren und der Sprachwitz treiben Verwirrungen und Missverständnisse auf die Spitze, sie sorgen für grotesk-komische Szenen. Für Regisseur Frank-Lorenz Engel ist Venedig im Schnee „eine der raffiniertesten Komödien, die je geschrieben wurde. Sie lebt von der französischen Leichtigkeit und ist zugleich spannend wie ein Krimi.“

Auf der Bühne stehen Ulrike Gronow und Gregor Müller als verliebtes Gastgeber-Paar sowie Beate Weidenhammer und Martin Andreas Greif als krisengeschüttelte Patricia und Christophe. Für das Bühnen- und Kostümbild zeichnet Barbara Bloch verantwortlich. Bis zum 23. Januar ist Venedig im Schnee zehnmal im Großen Haus zu erleben.