Mittwoch , 28. September 2016
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Karin Marquardt präsentiert ein Pop-Art-Badezimmer-Objekt.  Foto: ff
Karin Marquardt präsentiert ein Pop-Art-Badezimmer-Objekt. Foto: ff

Zehn aktuelle Positionen

ff Lüneburg. Die Galerie im zweiten Stock des Heinrich-Heine-Hauses ist mit den Arabesken an Wand und Decke ein Schmuckstück für Ausstellungen haben die denkmalgeschützten Mauern aber ihre Tücken: Nicht das kleinste zusätzliche Nägelchen darf mehr hineingetrieben werden, selbst Klebestreifen gelten als kritisch. As­trid André hat es ausgerechnet: Es bleiben gut 44 laufende Meter für die bildende Kunst. Die Arbeiten von immerhin zehn Künstler/innen des Bundes bildender Künstler Lüneburg konnte die BBK-Vorsitzende für die nächste Ausstellung dennoch unterbringen. Vernissage: Sonntag, 9. November, 11.30 Uhr.

Die Präsentation „zeitgleich 2“ ist, der Titel deutet es an, eingebunden in ein bundesweites Netz von insgesamt 62 BBK-Ausstellungen. In der Avacon sind aktuell (noch bis 9. Januar) unter dem Titel „zeitgleich 1“ Bilder und Objekte von Künstler/innen aus Lüneburg und dem BBK Bonn, Rhein-Sieg zu sehen. Im Heine-Haus also dreht sich das Projekt weiter.

„Dresden china & french painting“ (Öl auf Leinwand, Ausschnitt) von Michael Heinrich. Foto: ff
„Dresden china & french painting“ (Öl auf Leinwand, Ausschnitt) von Michael Heinrich. Foto: ff

Themen und Techniken sind frei, nur älter als ein Jahr durften die Beiträge nicht sein, und Astrid André hat fast keine Ausnahme gestattet. Das erlaubt einen guten Überblick über aktuelle Positionen.

Landschafts- oder besser: Wassermalerei die ruhige Elbe in wärmender Sonne (André), die bewegte, rauhe Nordsee in kühler Gischt vor den Lofoten (Christian Ivar-Hammerbeck). Wieder ganz anders: die Wanderungen von Regine Tarara durch dunkles, karges, reduziertes Land. Es gibt von Ludmilla Schalthoff großformatige „Flechten“ und „Algen“, schwungvoll auf Leinwand gebracht in einer Technik, die sich für so kraftvolle Vorgehensweisen eigentlich gar nicht recht eignet, mit Aquarell. Karin Marquardt präsentiert unter anderem neue Experimente mit der Überlagerung von Mustern, Regine Stoll stellt still in sich ruhende Kalkstein-Skulpturen kleinformatigen, eher extrovertierten Bronzen gegenüber.

Michael Heinrich rückt seine präzise ausgeführten Gemälde in die Nähe von Fotografien, die mit einem Filter weichgezeichnet wurden, Ingried Gehring präsentiert ihre verwirbelten Naturschilderungen gleichermaßen auf kleinen und großen Formaten, auch Margitta Schenck lotet mit ihren Schilderungen und Beobachtungen die Wirkungen von unterschiedlichen Bildgrößen aus. Last not least: Holzbildhauer Walter Knolle präsentiert eine Skulpturengruppe, vier Tanzende, aus vier gertenschlanken Stämmen herausgeschnitzt: Titel: „Vier Bluejeans in der Disco“. Das Werk steht auf dem Boden braucht also keinen der kostbaren Nägel.

Bei der Eröffnung spricht Dr. Diana Ahrens zur Einführung; die Ausstellung läuft bis 23. November (jeweils sonnabends, sonntags und mittwochs von 11 bis 18 Uhr). Zur Finissage am Sonntag, 23., spielt das Gitarrenorchester Gilbert Couché.