Aktuell
Home | Kultur Lokal | Erst „Fame“, dann „Cabaret“
Im Kit Kat Club werden die Nazis verballhornt. Noch ist das Leben frei(zügig) zu genießen. Foto: Theater/tamme
Im Kit Kat Club werden die Nazis verballhornt. Noch ist das Leben frei(zügig) zu genießen. Foto: Theater/tamme

Erst „Fame“, dann „Cabaret“

lz Lüneburg. Ein großes Wochenende der Musicals steht im Theater Lüneburg an. Am Freitag startet im T.3 „Fame“, eine Koproduktion des Theaters mit der Musikschule. Am Sonnabend folgt im großen Haus „Cabaret“. Beide Premieren sind ausverkauft.

„Cabaret“, 1966 am Broadway uraufgeführt, zählt längst zu den Klassikern des Genres. John Kander, Fred Ebb und Joe Masteroff entführen nach Berlin in die Endzeit der Weimarer Republik. Am Vorabend der Nazi-Katastrophe herrscht eine eigentümliche Stimmung, es findet so etwas statt wie der Tanz auf dem Vulkan. Der mittellose amerikanische Schriftsteller Cliff Bradshaw will in Berlin einen neuen Roman schreiben und bezieht ein Zimmer in der billigen Pension von Fräulein Schneider. Mit seinem Freund Ernst Ludwig verbringt er den Silvesterabend im Kit Kat Klub, wo ein zwielichtiger Conférencier durch das Programm führt. Star des Klubs ist die exzentrische Sally Bowles, in die sich Cliff prompt verliebt.

Doch das unbeschwerte gemeinsame Leben, auch das zeigt „Cabaret“, ist nur von kurzer Dauer: Nazis verwüsten den Laden von Fräulein Schneiders Verlobten und Sally wird schwanger. Cliff möchte mit ihr nach Amerika zurückkehren, doch Sally kann ihr Leben nicht aufgeben.

Hajo Fouquet und Ballettdirektor Olaf Schmidt inszenieren „Cabaret“. Schmidt sorgt auch für die Choreographie, und er rückt mit der Rolle des Conferenciers immer wieder ins Zentrum des Stücks. Kristin Darragh ist als Sally Bowles zu erleben. Als Cliff Bradshaw steht Philip Richert auf der Bühne. Agnes Müller ist als Fräulein Schneider zu sehen, Ulrich Kratz als ihr Verlobter Herr Schultz. Außerdem dabei sind Oliver Hennes als Ernst Ludwig, Elke Tauber als Fräulein Kost, Volker Tancke als Max sowie das Ballettensemble, der Haus- und Extrachor und die Statisterie des Theaters.

Musikdirektor Thomas Dorsch leitet die Lüneburger Symphoniker, für das Bühnen- und Kostümbild zeichnen Barbara Bloch und Heide Schiffer El-Fouly verantwortlich. Bis zum 17. Mai sind 14 Vorstellungen geplant.

2 22 Jahre nach „Cabaret“ kam „Fame“ auf die Bühne, als Theaterfassung von Alan Parkers Kinohit und einer TV-Serie. Erzählt werden die Geschichten von zehn jungen Menschen einer New Yorker Musicalschule, Geschichten von Triumphen und Niederlagen, Karriereträumen und Enttäuschungen. Es geht auch um erste Liebe und fehlendes Selbstvertrauen, sexuelle Erfahrungen und das Gefühl, ein Außenseiter zu sein, um Drogen und die Furcht vor dem Erwachsenwerden.

Musikalisch reicht die Palette von Balladen über große Tanznummern bis zum mitreißenden, Oscar-prämierten Titelsong. Alexander Eissele und Hye-Yeon Kim leiten die zehnköpfige Band, Friedrich von Mansberg führt Regie. Im Bühnen- und Kostümbild von Christiane Becker und mit Choreographien von Heidrun Kugel spielen und singen die Mitglieder des Musicalchores der Musikschule auf der Bühne, diesmal mit ihren Lehrern. Partner ist außerdem die Ballettschule des Theaters. Wichitge Rollen übernehmen Juliana Kratz, Calvin Noel-Auer, Timm-Marvin Schattling, Jan Mücke, Anna-Sophie von Mansberg und Terrenia Brunetto. Als Lehrer der Highschool sind Kirsten Patt, Raimund Becker-Wurzwallner, Heidrun Kugel und Alexander Eissele zu erleben.

Bis zum 21. Januar sind 15 Vorstellungen geplant, viele sind allerdings bereits jetzt ausverkauft.