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Moin! Matthias Wrage präsentiert seine in Raku-Brandtechnik gefertigten Buchstaben. Foto: ff
Moin! Matthias Wrage präsentiert seine in Raku-Brandtechnik gefertigten Buchstaben. Foto: ff

Buchstaben für alle Fälle

ff Lüneburg. Frauen und Männer ticken eben doch unterschiedlich: „Frauen kaufen ein WIR, Männer ein UNS“, sagt Matthias Wrage. Dem Künstler aus Hannover, der seine Keramik-Buchstaben in der Handwerkskammer Lüneburg vorstellt, ist es eins er hat alle Zeichen des (deutschen) Alphabets vorrätig, mittlerweile natürlich auch das @ für Internet-Wortkombinationen. Zeitungsfotografen bietet Mats Wrage, er hat da mittlerweile schon Erfahrung, das (im wahrsten Sinne des Wortes) ansprechende MOIN an, die Resonanz auf seine massiven, in Raku-Technik gebrannten Buchstaben ist groß.

Bereits in die 21. Runde geht auf dem Gelände der Handwerkskammer die Jahresausstellung „Edles Handwerk“, sie wurde gestern von HWK-Präsident Detlef Bade eröffnet und ist noch heute und morgen jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Das Angebot ist groß, zu sehen sind Exponate von 50 Ausstellern, darunter 18 Kunsthandwerker(innen), die erstmals dabei sind. Gewebtes und Zerbechliches, Tragbares und Genähtes, Gedrehtes und Funkelndes, Köstliches und Geschmiedetes, Gehobeltes, Gedrechseltes und „Verschiedenes“, das sind die Kategorien. Zu letzterer zählen etwa die Chalumeaus von Petra und Res Neuenschwandner kleine hölzerne Blasinstrumente, die wie eine Flöte gegriffen und wie eine Klarinette geblasen werden.

Zu den jüngeren Einrichtungen der traditonsreichen Ausstellung gehört eine eigene Handwerks-Präsentation, die in diesem Jahr den Titel „Leichtsinn“ trägt; soll heißen: Objekte, die sich durch optische Leichtigkeit auszeichnen, obwohl sie auch aus massivem Stein gefertigt sein dürfen. Schwer (zu merken) ist nur die Bezeichnung des Ausstellungs-Traktes: „Praxis für Verkauf und absatzorientierte Gestaltung“.

Das größte Exponat, das vor dem Haupteingang der Handwerkskammer als Blickfang dienen soll, traf gerade noch rechtzeitig zur Eröffnung der Kunsthandwerks-Ausstellung ein und ist streng genommen noch nicht ganz fertig: eine 14-Fuß-Segeljolle (das entspricht einer Länge von 4,30 Metern) aus der Werkstatt des Lüneburger Bootsbauers Jens Becker. Das gute Stück, in dem unzählige Arbeitsstunden stecken, ist aus einheimischem Holz gefertigt: Lärche aus dem Soltauer Raum, Eiche aus dem Wendland. Die Konstruktion allerdings ist weniger heimisch, sie stammt von kanadischen Bootsbauern, das schöne Schiff verträgt also auch den Wellenschlag des rauen Meeres.