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Unterwegs in vielen Genres: Joana Toader singt gern  und lässt auch gern singen. Foto: nh
Unterwegs in vielen Genres: Joana Toader singt gern und lässt auch gern singen. Foto: nh

Es gibt viele Sorten guter Musik

oc Lüneburg. Die Frau hat Energie. Sie tankt sie auch. „Einen Latte macchiato und eine Cola, bitte!“ bestellt sie zum Gespräch. Joana Toader nimmt das Leben in seiner ganzen Fülle. Die Frau ist Musik, sie wechselt die Genres, es macht ihr Spaß. Und „seit vier Tagen bin ich wieder schwarz“, sagt sie. Die blonde Phase ist erstmal vorbei. Joana Toader sollte Geigerin werden, es kam anders. Geblieben ist die Musik. Sie spielt, sie singt, sie dirigiert. „Es ist unglaublich viel auf dem Zettel. Ich freu mich drauf“, sagt sie. Oben auf dem Zettel steht heute, Mittwoch, der Lüneburger Weihnachtsmarkt.

Als siebenjähriges Kind kam sie aus Rumänien nach Deutschland, die Hamburger Symphoniker hatten ihren Vater engagiert, er spielte 27 Jahre bei den ersten Geigen. Keine Frage, bald hielt Joana Toader eine Kindergeige in der Hand, sie lernte, lernte, lernte, zusätzlich zur Geige Klavier aber irgendwann „gingen die Lampen an“, sagt sie in ihrer direkten Art. Die junge Frau hatte vergessen, zu leben. Sie machte einen scharfen Schnitt, trat nach dem Abi eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau an. „War zu staubig, hab ich abgebrochen.“ Sie fuhr Pizza aus, verkaufte Gemüse, was sich an Jobs ergab. Nur die Musik, die ließ sie nicht los. Und da sie wusste, wie eine Melodie zu klingen hat, kam zu Geige und Klavier ihre Stimme ins Spiel.

Heute lebt Joana Toader in Tangendorf und ist ständig unterwegs, wenn nicht gerade einer ihrer Gesangs- oder Klavierschüler kommt. Sie singt in Bands, das begann im Background einer Elvis-Covertruppe. Zurzeit ist sie die Stimme einer Band aus Dortmund, mit dem Bandleader hat sie dazu ein Duoprojekt gestartet, das DreamTeam. „Be flexible“, sagt sie, „es gibt nicht nur eine Sorte guter Musik.“ Eins zog das andere nach sich, die A-cappella-Gruppe VoicenGirl zum Beispiel und die Soul Connection mit drei Sängerinnen, „Da singe ich, was ich mag: Black Music, Funk, Soul.“ Und dann kam eine weitere Facette hinzu: die Chöre.

Sie wurde zu den Wings of Faith gelotst, einem Gospelchor aus Ashausen. Sie sang mit, und dann sollte sie den Chorleiter einmal vertreten. „Da habe ich Feuer gefangen“, sagt sie. Längst leitet sie den Chor, dazu den Egestorfer Kinderchor Joyful Angels und den Winsener ThomasMessen-Chor.

„Der Knaller dieses Jahres aber“, sagt Joana Toader, „das war der Lüneburger Gospelchor“. Den übernahm sie nach kurzem Kennenlernen Mitte März. Der Gospel- und Spiritualchor wird heute um 17 Uhr den Lüneburger Weihnachtsmarkt eröffnen. Am 21. Dezember folgt dann in der Paul-Gerhardt-Kirche um 17 Uhr ein Weihnachtskonzert. Kaffee ist alle, Cola auch, jetzt geht es ans Plakateverteilen, nicht der schönste Teil ihrer Jobs. Aber wie sagte sie? „Be flexible“.