Mittwoch , 28. September 2016
Aktuell
Home | Kultur Lokal | Aufbruch ins Unbekannte
Philipp von der Dellen (links) und Dennis Müller wollen 2015 mit der Produktion ihres Science-Fiction-Films Infinitum beginnen. Foto: Simone Ruf
Philipp von der Dellen (links) und Dennis Müller wollen 2015 mit der Produktion ihres Science-Fiction-Films Infinitum beginnen. Foto: Simone Ruf

Aufbruch ins Unbekannte

oc Lüneburg. Gekommen sind sie zum Studieren: Umweltwissenschaften. Dennis Müller aus Mainz, Philipp von der Dellen aus Stuttgart. Beide schreiben an ihrer Bachelor-Arbeit. Geblieben sind sie, um zu filmen. Die beiden 23-Jährigen entdeckten ihre Leidenschaft fürs Kinomachen, gründeten die Produktionsgesellschaft Anreiz Film, bezogen ein Büro im e.novum und haben nun einen schönen, einen wichtigen Erfolg errungen. Sie gewannen in München den Camgaroo Award 2014 in der Kategorie „Spielfilm Sonderpreis“. Überzeugt hat ihr Science-Fiction-Projekt „Infinitum“.

Der Camgaroo Award findet jährlich seit 2002 statt, er richtet sich an Nachwuchstalente. Die Medienunternehmerin Gabriele Lechner rief den Filmwettbewerb ins Leben, in der Jury saßen in diesem Jahr der Schauspieler Heinz Hoenig, Vertreter von ProSiebenSat.1, ARRI Productions und Worldsales sowie weitere Brancheninsider. Neben einer Trophäe gab es als wichtigeren Gewinn die künftige Begleitung des Filmprojektes durch ARRI Productions, die weltweit in Sachen Kamera- und Lichttechnik aktiv sind. „Ein großes, großes Geschenk. Wir wollen den Film unbedingt machen, und ich glaube, da haben wir einen super Partner“, sagte Dennis Müller.

Als „große Möglichkeit, sich einen Platz in der Welt des Films zu sichern“, sehen Müller und von der Dellen den Preis. Sie wollen bereits 2015 mit der Produktion ihres Films beginnen. Ende Januar werden sie in München mit Vertretern von ARRI Productions zusammensitzen. In ihrem Film „Infinitum“ schicken sie drei Astronauten auf den Weg zu einem neuen, bewohnbaren Planeten. Während der Reise bricht auf der Erde ein verheerender Krieg aus. Die Erde wird unbewohnbar sein, das Fortbestehen der Menschheit steht in Frage…

Um den Preis zu gewinnen, musste das Anreiz-Duo ein Treatment einreichen, in dem jede Szene beschrieben ist, dazu kamen Konzepte für Kamera, Licht, Kalkulation etc. Kiri Trier (Production Director bei ARRI Productions) schwärmte bei der Award-Night im Münchener Filmtheater Sendlinger Tor von der Filmidee der Lüneburger: „Die Geschichte ist so high concept, wie wir es sagen würden, so universell gedacht“.

Müller und von der Dellen produzieren seit 2012 Kurzfilme, unter anderem für das lunatic-Festival. Kommenden Sonntag stellen sie in einer internen Premiere ihren jüngsten Kurzfilm im Scala-Programmkino vor: „Ein Tag wie kein anderer“ über einen etwas anderen Geburtstag. Der von Nordmedia geförderte Film wird nun bei Festivals eingereicht.

Lüneburg wird zur Filmstadt. Franziska Pohlmanns Märchenmusical „Die Krone von Arkus“ befindet sich in der Endfertigung, gerade werden Orchesteraufnahmen in Babelsberg gemacht. Im kommenden Jahr wird der Film der Ex-Leuphana-Studentin präsentiert. Etabliert hat sich in der Goseburg die Firma Chaussee Filmton. Sie ist unter anderem für „Arkus“ aktiv, ebenso für „Die Kleinen und die Bösen“ von Markus Sehr mit Christoph Maria Herbst und Peter Kurth. Als wichtiger Filmfaktor der Stadt ist natürlich „Rote Rosen“ zu nennen, heute wird Folge 1860 ausgestrahlt. Online sorgt seit drei Jahren LZplay für aktuelle, informative und unterhaltende Bewegtbilder aus der Region.