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Die Vitrine bietet Alte-Möbel-Gemütlichkeit, viel Platz und Raum, um eigene Ideen vorzustellen. Theo Haustein (li.), Jens Mysliwitz und Linn Tramm gehören zum Kollektiv-Team. Foto: t&w
Die Vitrine bietet Alte-Möbel-Gemütlichkeit, viel Platz und Raum, um eigene Ideen vorzustellen. Theo Haustein (li.), Jens Mysliwitz und Linn Tramm gehören zum Kollektiv-Team. Foto: t&w

Alles steht bereit – Der studentische Verein Zum Kollektiv hat eine neue Basis

oc Lüneburg. Sie hatten das Scharffsche Haus vor seiner Museumswerdung bespielt. Sie haben die Innnenstadt mit einem Theaterfestival bereichert, und jetzt hat das Kollektiv einen neuen Raum. Draußen braust der Sturm der Autos, drinnen laden Sperrmüllsessel zum Fläzen, flackern Kerzen, und auf einer Sitzlandschaft aus Getränkekisten und Matratzen ist jemand in seinen Laptop versunken. Es war einmal ein Schlecker-Markt, dieser Appendix am Eckhaus Pulverweg/Bleckeder Landstraße. Jetzt nennt sich der Bau passend „Vitrine“ und lautet das Motto: „Wir stellen den Raum, ihr könnt ihn bespielen.“

Irgendwann und eigentlich schon längst sollte dieser Anbau abgerissen sein. Ist aber noch nicht passiert. Bis Ende April habe man eine mündliche Zusage, sagt Jens Mysliwitz von dem studentisch geprägten Verein Zum Kollektiv. Zeit genug also, um Ideen ins Haus zu locken und eigene Pläne umzusetzen. Der Verein wächst langsam, einige Mitglieder fallen nicht in die Rubrik Studium. Das wird begrüßt, denn das Kollektiv will kulturelle Brücken zwischen Leuphana und Lüneburg schlagen.

Schon geht die Tür auf: „Guten Tag, ist das ´ne Kneipe hier?“, fragt eine Frau. Nein, ist es nicht, aber ein Ort, an dem man sich treffen kann. Das Konzept des offenen Kulturraums wird erklärt und vom Gast als „cool“ willkommen geheißen. „Hier kommen ständig Leute aus der Nachbarschaft, das hatten wir so im Scharffschen Haus nicht, aber es entspricht unserem partizipatorischen Ansatz“, sagt Kollektivist Theo Haustein.

Eine kleine Bühne haben sie aufgebaut, Decken vor die Fenster gehängt, das fördert Gemütlichkeit und dämmt auch ein wenig. Ein Tresen steht, die Getränke sind ökologisch und politisch korrekt. Die Einnahmen sollen die Energiekosten decken. Noch ist alles in einer Anlaufphase, die ersten Bands haben gespielt, ein festes Programm wächst, mit Jamsession und „Tatort“ gucken.

Man bastele gerade am Jahresprogramm für 2015, sagt Linn Tramm. Das wird auf Facebook und Homepage (www.zumkollektiv.de) veröffentlicht. Hilfe aller Art und Mitstreiter sind wie bisher erwünscht, montagabends gibt es offene Vereinstreffen. Musik, Theater, Literarisches, Ausstellungen alles ist möglich. Ein Künstler aus Hamburg hat sich bereits an einer Wand verewigt.

Die „Vitrine“ liegt nicht in der Innenstadt, aber nah zum Bahnhof. Da kann man gut Zeit verbringen, auch wenn mal wieder die Bahn bestreikt wird.

One comment

  1. Schönes Foto. Aber offensichtlich ist das Kollektiv noch nicht bereit zur Gleichberechtigung. Der Mann muss vorerst noch auf dem Boden Platz nehmen. Ist das Fortschritt?