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Peter Pan (Leonie Muschler, links) versammelt die verlorenen Kinder auf seiner Insel Nimmerland. Foto: t&w
Peter Pan (Leonie Muschler, links) versammelt die verlorenen Kinder auf seiner Insel Nimmerland. Foto: t&w

Abenteuer in Nimmerland – Peter Pan feiert Premiere im e. novum

sel Lüneburg. Zauberhaft, dass eine Geschichte um ewige Kindheit, um eine Insel mit allerlei skurrilen Figuren und um Familienwerte in einer voll digitalisierten, technisierten und in weiten Teilen animierten Welt funktioniert. Mühelos ließ sich das Publikum im restlos ausverkauften theater im e.novum bei der Premiere von „Peter Pan“ in dessen Nimmerland mitnehmen. Dort begegneten Wendy und ihr Bruder John märchenhaften Wesen, die allesamt herrlich menschlich sind, sich stets und ständig um Nichtigkeiten streiten und um die Gunst von Peter Pan buhlen.

Regisseurin Kirstin Rechten, die von Nils Beckmann unterstützt wurde, gelingt es, die Geschehnisse im bürgerlichen London, im verwunschenen Nimmerland und auf Captain Hooks Schiff mit viel Witz und Tempo und einer Prise Poesie auf das Wesentliche zu straffen und den traurigen Aspekten des Märchens unbeschwerte Momente entgegenzusetzen. Denn auf Nimmerland finden sich alle die Jungen zusammen, die keine Mütter haben. Mädchen kennen dieses Schicksal nicht, denn „sie purzeln als Babys nicht einfach so aus dem Kinderwagen.“

In Nimmerland soll Wendy, das Mädchen aus behüteten Londoner Verhältnissen, die Mutter für alle verlorenen Jungen sein sehr zum Missfallen von Glöckchen, der persönlichen Fee von Peter Pan (überzeugend heldenhaft: Leonie Muschler). In ihrer grenzenlosen Eifersucht (wunderbar gespielt von Lina Lang, die auch als Tigerlilly auftritt) kennt Glöckchen kein Pardon. Captain Hook (schön spleenig: Julius Lemcke), Peter Pans Gegenspieler, leidet an einem schweren Krokodil-Trauma und wird außerdem panisch, sobald eine Uhr laut tickt. Seine herrlich trotteligen Matrosen Smy (Frederik Chantelau, auch Herr Darling) und Juks (Emil Riemenschneider, auch John und Indianerhäuptling) sind keine große Hilfe, dennoch gelingt es ihnen, die Kinder gefangen zu nehmen. Natürlich kann Peter Pan sie retten; Wendy (Johanne Hobel schafft den Spagat zwischen kindlichem und mütterlichem Gemüt bravourös) und John kehren zurück nach Hause, wo die Mutter mit einem Licht im offen stehenden Fenster auf sie gewartet hat.

In weiteren Rollen in dieser Besetzung sind Sophie Luz als Frau Darling und ein verlorener Junge, Bente Niemeyer als Nibs und Selma Lang als das „Baby“-Krokodil zu sehen. Die Premiere mit der alternierenden Besetzung ist am 11. Januar, insgesamt werden 15 Aufführungen des oft verfilmten und im e.novum tosend gefeierten Klassikers zu sehen sein (Termine auf www.theater-im-enovum.de). Auch dann wird das Publikum ganz fest daran glauben müssen, dass Glöckchen, die Gift getrunken hat, um Peter Pan zu retten, wieder gesund wird. Weitere Beteiligte: Ulf Manú (Musik), Branka Zelenovic (Kostüme/Maske, mit Unterstützung von Eltern), Kathrin Matzak und Matthais Riske (Bühnenbild, Ausstattung, Licht), Nicole Riemenschneider (Choreographie).