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Bekanntes und selten Gehörtes verbindet der Augustus-Chor in seinem Programm. Foto: t&w
Bekanntes und selten Gehörtes verbindet der Augustus-Chor in seinem Programm. Foto: t&w

Weihnachtliches aus vielen Ländern

aat Lüneburg. „Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit“: Mit diesem Motto überschrieben der Augustus-Chor und sein Dirigent Michail Vetrinski ihr Konzert. Zum 39. Mal pflegte der Augustus-Chor die Tradition, am 4. Advent in St. Nicolai aufzutreten. Diesmal kam er mit Gesangssolisten und zwei Gastchören: Das ebenfalls von Vetrinski geleitete Vokalensemble Vivace sowie der Chor des Bernhard-Riemann-Gymnasiums namens auserChoren trugen zur Vielschichtigkeit bei. Die professionelle instrumentale Unterstützung übernahmen Peer Saupe (Gitarre) und ein Ensemble der Lüneburger Symphoniker, angeführt vom auch solistisch begleitenden Ivan Neykov.

Chormitglied Frank Hartmann führte durch das Programm. Viele Chorsätze erforderten besonders intensive Probenarbeit, denn sie erklangen a cappella. So auch Demetri Bortnianskis „Heilig“, mit dem der Augustus-Chor begann. Mit Stefan Bothus „Weihnachtslied“ nach einem Text von Theodor Storm und „Jauchzet Gott“ von Walter Schmid für gemischten Chor und dem für Frauenchor geschriebenen „Weihnacht ist da“ von Gerhard Wilhelm stellte der Augustus-Chor wohlklingende, facettenreich harmonisierte Werke zeitgenössischer Chorleiter vor.

Das Vokalensemble Vivace erwies sich als empfindsamer Kammerchor mit hohen So­pra­nen, sowohl mit dem alten Kirchenlied „Adeste fideles“ (Satz K.-U. Hausch) als auch mit Bruckners „Kyrie“ (Satz: M. Gade). Bachs „Air“ bekam im Arrangement Gades durch die begleitenden Streicher mit Klavier nahezu romantische Züge, während Leonard Cohens „Halleluja“ rhythmisch swingte.

Mit Albinonis „Adagio“ tat sich Tenor Alexander Slobin hervor, Händels „Dank sei Dir, Herr“ in der Bearbeitung Ophovens sang ein Chorduo mit dem Bassisten Klaus-Ulrich Hausch, ausgiebig gefeiert vom Publikum. Weitere Chorsätze lobten die Zuhörer in der voll besetzten Nicolaikirche mit Zwischenapplaus: Mit jungen, klaren Stimmen glänzte „auserChoren“. Der Chor des Bernhard-Riemann-Gymnasiums, von Volker Bratz dirigiert und auf der Gitarre begleitet, sang schwierige Sätze in mehreren Sprachen: Alter italienischer Musik aus dem 15. Jh. („Alta trinitá“) folgten das englische „Christmas Time“, Spees „O Heiland reiß den Himmel auf“ (Sätze: V. Bratz) sowie „Vois sur ton chemin“ aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“, dazu zwei Spiritual-Sätze (von Volker Bratz) mit viel rhythmischem Schwung.

Der Augustus-Chor erfreute am Ende mit Schwartz „Weihnachtsglocken“, Mozarts „Sancta Maria“ und „Laudate Dominum“ (u.a. mit Solosopran Andrea Messina) sowie Händels „Freue Dich, Welt“ und dem „Halleluja“ aus dem „Messias“, begleitet vom fein intonierenden Instrumen­tal­ensemble. Nach dem sanften „Stille Nacht“ sangen alle drei Chöre traditionsgemäß mit dem Publikum das Weihnachtslied „O Du fröhliche“.