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Gleich läuft ihr bisher größtes Projekt an: Franziska Pohlmann vor der Team-Premiere ihres Films, der zum Jahresende ins Kino soll. Foto: t&w
Gleich läuft ihr bisher größtes Projekt an: Franziska Pohlmann vor der Team-Premiere ihres Films, der zum Jahresende ins Kino soll. Foto: t&w

„Die Krone von Arkus“: Das kann sich sehen lassen + + + Mit LZplay-Video

kg Lüneburg. Hinter Franziska Pohlmann liegen aufregende Monate. Nachdem die Aufnahmen zu ihrem ersten Langfilm „Die Krone von Arkus“ im Frühjahr 2014 beendet sind, ist ein Ende der Arbeit noch lange nicht in Sicht. Es folgen viele Stunden in Schnitt- und Tonstudio, Bewerbungen bei Financiers und Filmfestivals und das einmalige Erlebnis, die Musik zum Film mit den Berliner Philharmonikern einspielen zu dürfen. Bis zur Fertigstellung des 100-Minüters keine zwei Tage vor der Premiere gab es für die Lüneburger Nachwuchs-Produzentin kaum eine ruhige Minute. Eine halbe Stunde vor der Vorstellung aber wirkt Pohlmann tiefenentspannt.

„Ich freue mich, all die Leute, die in den letzten 18 Monaten an dem Projekt beteiligt waren, nun alle zusammen heute hier zu sehen“, so die 29-Jährige. Rund 450 Menschen füllen den großen Saal des Filmpalasts, darunter Mitwirkende, Investoren und Unterstützer aus Lüneburg und aus dem Oberharz, den beiden Spielorten des Films. Regulär soll der Film erst im Dezember in die Kinos kommen, doch für das Team hat das Warten auf das Ergebnis mit der Vorab-Premiere endlich ein Ende. Viele der Schauspieler und Komparsen sehen die komplette Geschichte der „Krone von Arkus“, einer Mischung aus Märchen, Musical und Kostümfilm, heute zum ersten Mal.

Darin herrscht die böse Königin Diamanz (gespielt von Marit Persiel) über die Stadt Arkus und versteinert jeden, der ihr nicht gehorcht. Die beiden Straßenkinder Saraja (Anna-Lena Sender) und Jono (Lukas Jantzen) finden heraus, wie sie die Stadt von ihr befreien können. Dabei überwinden sie gemeinsam mit ihren Freunden drei große Hindernisse, stets mit der Botschaft „Nur gemeinsam sind wir stark“.

Mit diesem Motto überzeugte Pohlmann bereits im Vorfeld zahlreiche Laien-Darsteller und Dutzende helfende Hände, an ihrer Low-Budget-Produktion mitzuwirken. Eigens zur Unterstützung der Filmfinanzierung gründete sich die „Gesellschaft der Lüneburger Filmfreunde“, die von Heiko Franken, Unternehmensberater und ehemaliger Geschäftsführer der Leuphana Professional School, ins Leben gerufen wurde. „Aus Wir finden mal ein paar Leute, die ein bisschen Geld geben wurde ein Projekt von eineinhalb Jahren. Wir haben mit dem Netzwerk an unheimlich vielen Stellen helfen können. Wir haben Pferde organisiert, wir haben Stroh geliefert oder wir haben auf den letzten Drücker ein Bett für die Nacht gefunden, wenn eines fehlte“, so Franken.

Nach dem Abspann folgen Standing Ovations. Das Team feiert sich selbst, die vielen Stunden harter Arbeit scheinen beim Anblick des Ergebnisses entlohnt. Tatsächlich kann „Die Krone von Arkus“ bekannten Märchen-Produktionen das Wasser reichen. Lüneburgs Laien-Schauspieler überzeugen in ihren Rollen. Statt mit Special Effects beeindruckt der Film mit einer üppigen Ausstattung in Kostüm und Bühnenbild mit viel Handgemachtem und Liebe zum Detail. Nur hier und da schleichen sich neuzeitliche Requisiten in die sonst mittelalterliche Kulisse.

„Wenn man das Ergebnis sieht und weiß, wie wenig Budget dort zur Verfügung stand, das kann man sich nicht vorstellen“, so Franken. „Ein normaler Film kostet ein paar Millionen, wir haben nicht einmal eine halbe Million ausgegeben. Wir haben aber auch gelernt, dass es mit so wenig Geld für alle Beteiligten schon fast schmerzhaft anstrengend ist, es trotzdem hinzubekommen.“ Und auch für Pohlmann steht fest: „So geht es nicht. Viele von uns haben eineinhalb Jahre kein Geld verdient, und ich habe keine Ahnung, wie ich meinen nächsten Film finanzieren soll.“ An Ideen für neue Projekte mangelt es ihr jedoch nicht.