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Wohin damit? Christiane Kause (links oben) vom Kunstverein Dahlenburg und Margret Schopka betrachten eine Fotografie von Doris Cordes-Vollert. In der Mitte: Eine Arbeit von Schopka. Foto: ff
Wohin damit? Christiane Kause (links oben) vom Kunstverein Dahlenburg und Margret Schopka betrachten eine Fotografie von Doris Cordes-Vollert. In der Mitte: Eine Arbeit von Schopka. Foto: ff

Kunstverein Dahlenburg präsentiert Jahresprogramm

ff Dahlenburg. Margret Schopka war kreuz und quer mit dem Auto auf Island unterwegs, Doris Cordes-Vollert durchpflügte auf einem Fischtrawler die Labradorsee auf dem Weg nach Grönland: „Gen Norden“ heißt die aktuelle Ausstellung des Kunstvereins Region Dahlenburg in der Galerie kunstFleck. Der Titel ist richtungsweisend für das Jahresprogramm 2015, das sich um „Reisen“ dreht. Ein ganzes Jahr zu einem Thema, damit haben die Dahlenburger gute Erfahrungen gemacht 2014 stand Kunst aus der DDR im Mittelpunkt, und die Resonanz war erfreulich groß.

Der hohe Norden also: Margret Schopka dokumentiert mit dem Fotoapparat die spektakuläre Natur nahe dem Polarkreis und verändert sie zugleich mit minimalen Mitteln: Zeichnungen im Sand setzen als flüchtige Artefakte eigentümliche Kontraste, betonen die Weite und Beständigkeit der Seen und Gebirge. Der LandArt-Zyklus wird begleitet von Videos, in denen die Künstlerin Aufnahmen von Island im Zweitraffer verdichtet.

Doris Cordes-Vollert setzt ihre Beobachtungen zu Bildern um, die im Format höchst unterschiedlich ausfallen: Quadratmeter große Fotografien (etwa vom Mast herab) zeigen die Spur des Schiffes in der kalten See. Ein andermal fängt die Reisende das Spiel von Wellen und Gischt, Sonne und Schatten in kleinen Skizzen ein, die Kunst-Kladden bergen auch Texte, wo der Bleistift als Zeicheninstrument nicht weiterführt. „Gen Norden“ läuft noch bis 22. Februar.

Vom Nordmeer in den sonnigen Süden, in das deutsche Sehnsuchtsland: Das Künstlerpaar Hilda Körner und Lothar Walter unternahm in den 50er- und 60er-Jahren alljährlich Studienreisen nach Italien. Die Zeichnungen und Aquarelle, die daraus entstanden, zeigt der Dahlenburger Kunstverein unter dem Titel „Gen Süden“ im späten Frühjahr, ein genauer Termin steht noch nicht fest; die Präsentation wird abgerundet mit Reiseskizzenbüchern von F.K. Waechter.

Weiter geplant: eine Lesung zu Mittsommer (20. Juni) im Schieringer Forst, Clemens von Ramin und Wolfgang Kaven lesen aus Christoph Ransmayrs „Atlas eines ängstlichen Mannes“. Nach einem Workshop für Kinder folgt Ende August die Ausstellung „Ins Herz der Fremde“ mit Fotografien von Axel Heller. Um Brunnen und Wasserläufe soll es ab 1. November gehen, damit will der Kunstverein auch auf den als verunglückt empfundenen Wasserlauf des Dahlenburger Marktplatzes reagieren.