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Wer an der Spitze steht, bekommt auch einen Pokal. Diesen gab es 2007 für das Kino mit  dem bundesweit besten Programm. Foto: A/ff
Wer an der Spitze steht, bekommt auch einen Pokal. Diesen gab es 2007 für das Kino mit dem bundesweit besten Programm. Foto: A/ff

Die Million ist erreicht – Das Lüneburger Scala-Programmkino freut sich über die große Resonanz

oc Lüneburg. Sie haben ja gewusst, dass es in diesen Tagen passiert. „Aber ganz genau haben wir das verpasst“, sagt Kevin Beck vom Scala-Programmkino. Denn als das Team jetzt zusammenrechnete, war klar, der millionste Kinobesucher ist gerade in einem der Kinosäle gewesen. 1000000, eine stolze Zahl für ein kleines Kino, das mit seinem Programm seit dem Start am 31. August 2000 zu den besten im Lande zählt.

Den Beweis für die Qualität liefern die Förderungen, mit denen der Bund die besten Programmkinos in Deutschland auszeichnet. 2007 gab es für das Leitungstrio Ulla Brennecke, Ruth Rogée und Elke Rickert vom Kulturstaatsminister die Auszeichnung als bestes Programmkino bundesweit. Wenn Jahr um Jahr die Kinoprogrammpreise vergeben werden, platziert sich das Lüneburger Kino regelmäßig im Spitzenfeld.

Den Grund für die Auszeichnung kann Kevin Beck beziffern. Mehr als 1000 Gäste stellten bisher Filme vor oder lieferten thematische Hintergründe: Regisseure wie Fatih Akin, Hans-Christian Schmid, Andreas Dresen und Monika Treut kamen, Schauspieler wie Peter Lohmeyer, Musiker wie Paul Kuhn, Felix Meyer, Pascal Finkenauer und Cellist Frank Wolf. Die Politik ließ sich blicken, vorwiegend zur Eröffnung von Umwelt-, Schulkino- oder Europäischen Filmtagen. Christian Wulff als Niedersächsischer Ministerpräsident, Sigmar Gabriel als Bundesumweltminister, der japanische Botschafter Takahiro Shinyo und viele mehr gingen die Stufen zum Kino hinauf.

Kino gibt es in dem Haus an der Apothekenstraße, das lange im Gewerkschaftsbesitz war, schon seit Anfang der fünfziger Jahre. Damals liefen die Filme in einem großen Saal. Schon immer war die Scala das Haus der besonderen Filme, unter anderem sorgte ein Schülerfilmclub für ungewöhnliche Seh-Erlebnisse. Zuletzt beherrschten Scala und Union (heute Café Capitol) unter einer Leitung den Markt. Dann wurde das Haus verkauft und umgebaut. Die Kinogeschichte bekam einen neuen Dreh, zog nach oben, „dorthin, wo damals vor allem die Empore und der Vorführraum waren“, sagt Elke Rickert vom Scala-Team.

Das Konzept aber ging und geht auf. Lüneburg hat das Publikum, das mehr will als Mainstream. Kooperationen mit Uni und Kirche, Verbänden und Ini­tiativen sorgen für im Schnitt pro Woche zwei Sonderveranstaltungen. Am Donnerstag, 29. Januar, zum Beispiel organisieren um 19 Uhr Studierende eine Diskussion zum Film „Vulva 3.0 zwischen Tabu und Tuning“. Mit dabei ist Dr. Mithu M. Sanjal, Autorin des Buches „Vulva. Die Geschichte des unsichtbaren Geschlechts“ und Mitwirkende im Film. Am Mittwoch, 4. Februar, folgt in der Reihe „Kirche & Dialog“ ein Abend zum Film „Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“, der Donnerstag, startet.

Rund 3000 Vorführungen pro Jahr laufen im Programm, rund 2800 Filme waren es insgesamt. Kevin Beck hat auch eine Liste der meistgesehene Filmen vorbereitet. Ein Film liegt einsam vorn: „Ziemlich beste Freunde“, es folgen „Die fabelhafte Welt der Amélie“ und „Soul Kitchen“. Die erste rein amerikanische Produktion liegt auf Platz 20: „Lost in Translation“.

One comment

  1. Herzlichen Glückwunsch !! Das Scala-Programmkino ist ein wunderbares Juwel in der Kinolandschaft. Danke, ohne Ihr Engagement stünde die Filmkultur in Lüneburg ganz anders da !