Aktuell
Home | Kultur Lokal | Klaus Lage live im Vamos
Er sieht nicht nur aus wie ein Sozialarbeiter, er war auch einmal einer, und seine Musik ist eben auch sehr sozial: Klaus Lage im Vamos. Foto: t&w
Er sieht nicht nur aus wie ein Sozialarbeiter, er war auch einmal einer, und seine Musik ist eben auch sehr sozial: Klaus Lage im Vamos. Foto: t&w

Klaus Lage live im Vamos

oc Lüneburg. Zu den besonderen Unehren eines Rockmusikers gehört es, in einem Lexikon des deutschen Schlagers gelistet zu werden. Klaus Lage ist es 1992 widerfahren, auf einer Seite mit Jodelwunder Franzl Lang und Orgelweichspüler Franz Lambert. Das Lexikon ist längst vergriffen, aber Klaus Lage ist auch im Jahr seiner Rentnerwerdung „immer unterwegs“, dazu prächtig bei Stimme und in entsprechender Laune. Auf seiner Solotour näherte er sich nun seiner Heimat Soltau und sorgte für rund 300 Zuhörer im Vamos für einen sympathischen Abend.

64 Jahre zählt er, mit den Jahresringen wuchsen Gelassenheit, Selbstvertrauen und die Kraft zur Selbstironie. „Jaaaaaa“, sagt Klaus Lage zwischen den Songs, schmunzelt sich was ins Kinn und legt die Arme auf der Gitarre ab. Dann erzählt er ein wenig, wie es war damals in Soltau, und wie es einem wie ihm so ergeht mit der Zeit. Das Biographische und die Musik in einen Solo-Abend zu packen, das haben Kollegen schon ähnlich gemacht, von Ray Davies bis Achim Reichel. „Wenn Pingsten is, wenn Pingsten is, dann schlacht us Vadder ´n Bock“, stimmt Lage an, als er erzählt, wie er in Soltau seine „Restjugend verballerte“. Er covert dazu einen Song von Arlo Guthrie, deutscht ihn ein, wie später ein Gospelstück.

Lages große Zeit, wenn es um die Hits geht, lag in den 80ern, und natürlich baut er die Stücke in sein „21 Lieder“-Programm ein. Er gibt ihnen neben begleitenden Anekdoten eigenwillige Fassungen, ob „Monopoli“ oder „Faust an Faust“, das frisch gebliebene „Mit meinen Augen“ und natürlich „Tausend mal berührt“. Das tickt noch immer an, auch wenn der Titel denn nicht so kilometerweit weg vom verpönten Schlager ist.

Lage gehört zu den Blues-informierten Liedermachern im Lande, er ist ein solider Gitarrist, vor allem aber ein sehr guter Interpret. Seine Stimme hat nicht gelitten, sie ist unverwechselbar, besitzt Tiefe, sie kann rau klingen, ihm stehen aber auch erstaunliche Höhen zur Verfügung. Neue Lieder flicht er ein, die kommen auch gut an, aktuell hat er sich mit einem Song für die Seenotretter eingesetzt. Dafür braucht er dann einen kleinen Lüneburger Shantychor aus dem Saal.

Es wird immer mehr ein familiärer Abend, gegen Ende bittet Klaus Lage noch um ein gemeinsames „Happy Birthday“ für die gute Freundin Conny. Und als er sagt, er habe nun ja eine Menge erzählt, antwortet eine Frau aus dem Saal: „Jetzt sind wir dran.“ So weit kommt es nicht, Lage baut noch eine „Zeitreise“ ein und ein Lied für ein Enkelkind und nach rund zwei und einer halben Stunde ist alles gesagt und gesungen. Jetzt am Sonntag, 8. Februar, geht er dann ganz „back to the roots“: Dann steht Soltau auf dem Plan.