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Thomas Ney spielt in dem Monolog Event einen Mann, der zunächst nur seine Rolle ausfüllt, dann aber immer wieder aus dem Rahmen fällt. Premiere ist am 19. Februar in der Kulturbäckerei. Bereits heute läuft eine weitere Aufführung seiner Loriot-Revue. Foto: ff
Thomas Ney spielt in dem Monolog Event einen Mann, der zunächst nur seine Rolle ausfüllt, dann aber immer wieder aus dem Rahmen fällt. Premiere ist am 19. Februar in der Kulturbäckerei. Bereits heute läuft eine weitere Aufführung seiner Loriot-Revue. Foto: ff

Thomas Ney spielt „Event“, einen Monolog von John Clancy

ff Lüneburg. „Ein Mann steht, von Licht übergossen, vor einem Saal voller plötzlich vestummter fremder Menschen.“ Sagt ein Mann, der ins Scheinwerferlicht getaucht in einem Saal stehen wird, in dem die Menschen gerade verstummt sind. Das ist Thomas Ney, der einen Mann spielt, der er eigentlich selbst ist, der sich aber zugleich von sich selbst distanziert. Klingt ein bisschen verwirrend, entwickelt aber eine eigentümliche innere Spannung zwischen den beiden Männern, dem echten und dem fiktiven. „Event“ heißt der Monolog von John Clancy, mit dem Thomas Ney am Donnerstag, 19. Februar, in der Kulturbäckerei Premiere feiert.

Wer steckt hinter diesem Spiel im Spiel? „Über den Autor habe ich nicht viel herausgefunden“, sagt Thomas Ney, fasziniert hat ihn die präzise Sprache in der Übersetzung von Frank-Patrick Steckel. Fest steht: John Clancy ist ein US-amerikanischer Dramatiker und Regisseur, Mitbegründer und erster künstlerischer Leiter des New York International Fringe Festival sowie der Theatergruppe „The Present Company“. John Clancy lebt in New York, wurde vor allem durch „Fatboy: An American Grotesque“ bekannt. Im deutschsprachigen Raum ist er durch „Event“ ein Begriff, das Stück feierte 2009 in Edinburg Premiere, die deutsche Erstaufführung folgte ein Jahr später in Nürnberg. Es ist in der folgenden Zeit ein Geheimtipp geblieben. Warum eigentlich?

Nun also Lüneburg. Rüdiger W. Kunze inszeniert ein Vexierspiel, einen Abend, in dem die Perspektiven wechseln. Thomas Ney spricht einen Text, den er auswendig gelernt hat, das ist sein Job. Doch bald wird klar, dass er „Das habe ich jetzt nicht persönlich gesagt!“ den Blick auf die eigene Situation wendet, auf „die Fremden“, mit denen das Publikum gemeint ist, und auf den Theaterbetrieb, den Clancy in allen Schattierungen kennt, und an dem sich „der Mann“ nun abarbeitet. Thomas Ney verspricht Bosheiten, Gemeinheiten, Reflexionen über die Ruppigkeit in der Gesellschaft nicht zuletzt „einfach gute Unterhaltung“.

Neben dem „Event“ ist Thomas Ney in der Kulturbäckerei weiterhin mit der Loriot-Revue präsent, die gut läuft und jeweils am 10. im Monat, also auch heute wohl noch das ganze Jahr auf dem Programm stehen wird. Als nächstes Projekt will er eine Lesungs-Reihe installieren; Titel: „Club Fahrenheit“, eine Anspielung auf den Sci-Fi-Roman „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury. Fahrenheit 451 ist die Temperatur, bei der Papier also etwa Manuskripte von allein anfangen zu brennen. Der erste Termin, der 19. April, 16 Uhr, wird sich um Mozarts Briefe an seine Cousine, das „Bäsle“ drehen.

Jetzt aber steht das „Event“ an, die Premiere beginnt um 19.30 Uhr, Tickets im Vorverkauf bei der Landeszeitung. Zunächst sind bis 21. März weitere acht Vorstellungen geplant.