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Zwei, denen es wie allen anderen gefallen hat: Birgit Cordes (li.) singt auch bei ChorNetto, und Ingrid Northoff weiß als Geronto-Therapeutin, wie wichtig Musik für jeden Menschen ist. Foto: t&w
Zwei, denen es wie allen anderen gefallen hat: Birgit Cordes (li.) singt auch bei ChorNetto, und Ingrid Northoff weiß als Geronto-Therapeutin, wie wichtig Musik für jeden Menschen ist. Foto: t&w

Ein bisschen Spaß mit Musik – Besuch beim ersten Rudelsingen im Lüneburger Kunstsaal

oc Lüneburg. Das Team Bröker kommt aus Bremen. Vater Bröker an der Gitarre, Sohn Simon am Schlagzeug, auch mal an den Saiten. Einen Beamer brauchen sie noch, und los geht das „Rudelsingen“ im Kunstsaal. Knapp 80 Menschen gut 80 Prozent weiblich, 80 Prozent eher 50 als 30 Jahre jung legen los: „Und nach dem Abendessen sagte er, lass mich noch eben Zigaretten holen gehn…“ Genau, das ist von Udo Jürgens.

„Ich war noch niemals in New York“ steht also ganz oben auf der Liste. 24 Songs zum Mitsingen hat das Team Bröker dabei. „Rudelsingen“ ist das einfachste von der Welt und bedient eine ganz elementare Sache. Singen ist eben einfach gesund, es ist das vielleicht beste aller Antidepressiva, es setzt Glückshormone frei, es stärkt die Atmung, bringt Sauerstoff ins Gehirn und es macht schlichtweg Spaß. Singen mag und kann jede/r, die eine zwitschert, der andere brummt beim Rudelsingen ist das egal. Stressfreier geht es nicht, mitmachen ist alles. Keine Proben, kein Zwang zum perfekten Klang, es ist wie Freizeitsport ohne Zeitnahme oder Punktestress.

„Rudelsingen“ startete vor drei Jahren in Münster. „Fünf Teams, fünfzig Städte gibt es mittlerweile“, sagt Kurt Bröker, der bis zum Sommer noch als Musiklehrer tätig ist. Das Team Bröker stieg vor einem Jahr ein, es bedient den Norden: Lemwerder, Wilhelmshaven, Bremen und nun Lüneburg. Da sie nicht wissen, wer denn wirklich kommt, ist ihr Programm bunt. Es baut auf Gassenhauer, in Lüneburg geht es von „Dschingis Khan“ zu „Aloha He“, von „Über den Wolken“ zu „Es gibt kein Bier auf Hawaii“, von „Love Is In The Air“ zu „Tage wie diese“.

Kunstsaal-Betreiber Christoph Blumenbach holte das „Rudelsingen“ nach Lüneburg. Er war gespannt, was passiert. Das Konzept geht auf Anhieb auf, auch wenn an anderen Orten mehr als 80 Sänger kommen. Aber es ist ja das erste Mal. Alle stehen, eigentlich alle singen, einige tanzen, manche schunkeln sogar, oft wird mitgeklatscht. Kurt Bröker gibt, ohne großes Entertainment, knappe Hinweise zu den Titeln, und weiter geht es mit Lagerfeuer-Atmosphäre indoor: „Blowin In The Wind“ ist dran.

Gegenüber einmal über den Parkplatz brennt ebenfalls Licht an diesem Abend. Dort geht es leise zu mit Yoga. Auch gut für Seele und Körper. Lüneburg entspannt sich schön!

Der Termin für das zweite Rudelsingen im Kunstsaal steht: 14. April, 19.30 Uhr. Vorher, schon am 21. März, kommt die etwas rockigere Variante in die Musikschule Lüneburg. Seit Februar 2013 läuft Woche für Woche „Hamburg singt der Chor für alle“. Niels Schröder, ein Mann mit Chorleitererfahrung, begleitet seine Sänger mit vierköpfiger Band und Solisten. Ausgesucht werden Popstücke von den 70ern bis heute. Auch hier singt jeder so gut mit, wie er will und kann.