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Götz Alsmann und seine Band führten diesmal musikalisch nach New York. Foto: t&w
Götz Alsmann und seine Band führten diesmal musikalisch nach New York. Foto: t&w

Götz Alsmann im Vamos: Perlen vom Broadway

oc Lüneburg. Es gab da eine kleine Debatte: Sind die Samtkragen-Sakkos der Herren auf der Bühne nun lachsrosa oder altrosa? Und wie nennt man diese runterbaumelnden Bänder als Krawattenersatz? Unverkennbar aber war es Götz Alsmann, der stets perfekt nostalgisch gekleidete Mann mit der Haartolle, die er seit Teeniezeiten trägt. Mit seiner Kombo entführte der Mann aus Münster nun an den Broadway, auf der Suche nach eingedeutschten Klassikern aus alten Zeiten. Das ergab einen charmanten Abend im einigermaßen gut besuchten Vamos, streift aber auch den Bereich, der in die Kategorie „gepflegte Langweile“ fällt.

Alsmann kommt langsam, aber sicher in eine Zeit des Umbruchs. Nach 20 Jahren wird die seit 1996 laufende Show „Zimmer frei!“ beim WDR schließen. Das setzt Kapazitäten frei, was wird er tun? Musikalisch bleibt er dem Genre treu, das er Jazzschlager nennt, und erfüllt hat er sich einen Traum, mit seinen Musikern in dem als legendär geltenden Studio Sear Sounds ein Album aufzunehmen. Im Studio des Synthesizer-Pioniers Walter Sear (1930-2010) standen sie alle, Bob Dylan und Chick Corea, Sting und David Bowie, in jüngerer Zeit Stars wie Lykke Li. Alsmann und Combo ging es dort vor allem um Perlen aus dem Broadway-Showbiz der Nachkriegszeit.

Die Vorlagen stammen von Cole Porter, George Gershwin, Jerome Kern und anderen Größen. Sie sind perfekt für die Alsmann-Band arrangiert, und manchmal klingt es fast zu perfekt. Alsmann setzt am Flügel und als sehr präziser Sänger die Zeichen, sonst beherrscht vor allem Altfrid Maria Sicking (Vibraphon, Xylophon, Trompete) den Klang. Es ist da viel Respekt vor den Originalen zu spüren, jeder Song ist eine kleine Huldigung. Rudi Marhold (Schlagzeug) und Michael Müller (Bass) legen dafür die Basis, Markus Passlick bringt mit seinen Percussion-Instrumenten etwas Farbe hinein.

Wenn aber die mit viel Witz und Selbstironie vorgetragenen Moderationen Alsmanns zu den Highlights des Abends werden, dann macht das doch ein wenig stutzig. Herausragend war ebenfalls der Zugabenpart, zu dem Alsmann die Banjolele zupfte, also ein Mini-Banjo, und „Leise rauscht es am Missouri“ sang, da kamen der Witz und die Liebe zu den irgendwo im zahmen Westen verwehten Melodien zusammen.