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Anke Brehl, im Konzert-Planungsteam der Kirche für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, und Pastor Bernd Skowron präsentieren den Flügel. Foto: ff
Anke Brehl, im Konzert-Planungsteam der Kirche für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, und Pastor Bernd Skowron präsentieren den Flügel. Foto: ff

Die Lüneburger Kreuzkirche wird mit einem Steinway-Flügel künftig zur „Pianokirche“

ff Lüneburg. Er wiegt fast eine halbe Tonne, ist knapp drei Meter lang, anderthalb breit, in der Regel pechschwarz, und wenn irgendwo ein hochkarätiges Klavierkonzert erklingt, steht meistens er im Mittelpunkt: Der Steinway-Flügel D-274 ist so etwas wie das Nonplusultra in der Branche der Tastenkünstler. So ein Instrument steht jetzt in der Lüneburger Kreuzkirche, die künftig im Lüneburger Konzertbetrieb als „Pianokirche“ etabliert werden soll. Am Wochenende wird das gute Stück eingeweiht, natürlich mit einem Konzert.

Am Anfang des Projekts, so Pastor Bernd Skowron, war der Zufall. Der Pianist Joachim Goehrke hatte hier im Jahre 2011 seine CD „Piano Songs for Silence“ aufgenommen mit einem geliehenen Konzertflügel der Firma Grotrian-Steinweg. Die Akustik erwies sich als ideal, und so kam in der Gemeinde der Wunsch auf, dauerhaft ein wirklich erstklassiges Ins­trument zu installieren. Bereits einige Jahre früher hatte der Popular-Kirchenmusiker Markus Wolter den Kirchenchor „Neue Töne“ gegründet, es gab also ohnehin Bedarf an Klaviermusik solo oder als Begleitung aller Art. „Kirchenvorstand und Pfarramt“, so Skowron, „wollten einen musikalischen Schwerpunkt in der Gemeindearbeit setzen parallel zum sozialen und sozialpädagogischen Engagement und mit der Ausrichtung, den geistlichen Raum weit zu öffnen und dabei auch meditative Erfahrungen zu ermöglichen.“

Zunächst hatte die Gemeinde, die das Projekt unter anderem mit Spenden und Sparmaßnahmen finanziert, einen B-Flügel von Grotrian-Steinweg im Blick: nagelneu, aber eben deutlich kleiner als die majestätische D-Version mit ihren größeren Klangreserven. Dann aber entdeckte das Kirchenteam bei einer Recherche-Reise den D-274 frisch restauriert, 35 Jahre alt. „Er war erst vor einer Stunde im Laden aufgestellt worden“, erinnert sich der Pastor. Für den Lüneburger Kirchenraum mit seinen rauen Schieferplatten bekam der Steinway spezielle Reifen aufgezogen. Ein System am Korpusboden sorgt für korrekte Luftfeuchtigkeit, neben der Saitenstimmung sind die Hammerköpfe mit ihrem Bezug aus Schafswolle noch Objekt des Feintunings. Das wird ein Fachmann in einigen Monaten erledigen, wenn der Flügel in der Kirche akklimatisiert ist.

Neben der Gemeindearbeit mit ihren verschiedenen musikalischen Ausprägungen soll das edle Piano natürlich auch das Konzert-Profil der Kreuzkirche schärfen, die ansonsten neben den drei großen Stadtkirchen mit ihren spektakulären Orgeln und entsprechend versierten Kantoren eher am Rande steht. Es gibt sogar ein Konzert-Team, das sich mit der Planung und Umsetzung der Programme beschäftigt und nicht zuletzt an sozial verträglichen Eintrittspreis-Staffelungen feilt.

Das Auftakt-Konzert am Sonnabend, 28. Februar, 19 Uhr, wird gestaltet von der Singer/Songwriterin Constance Mattheus, Daniel Stickan (Jazz-Piano), Ina Heise und Martin Rohlfing (Lieder von Richard Strauss) sowie Joachim Goerke & Matthias Clasen (meditative Klänge mit Piano, Saxophon und Flöte). Nächster Termin ist der 9. Mai, dann gibt der nigerianische Sänger Folarin Omishade mit seinem Chor ein Afro-Gospelkonzert.