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Netsuke heißen diese kleinen Skulpturen aus Japan. Sie wurden ursprünglich am Kimono getragen. Im 19. Jahrhundert dienten sie dann als Zahlungsmittel. Foto: ff
Netsuke heißen diese kleinen Skulpturen aus Japan. Sie wurden ursprünglich am Kimono getragen. Im 19. Jahrhundert dienten sie dann als Zahlungsmittel. Foto: ff

Die Ausstellung „Moneta. Frauen & Geld in Geschichte und Gegenwart“ im Salzmuseum

ff Lüneburg. Geld ist Männersache und wenn Frauen sich um Finanzielles kümmern wollten, also zum Beispiel ein paar Mark vom Konto abheben wollten, mussten sie erst einmal den Gatten fragen. Noch bis 1958 waren in der Bundesrepublik Frauen in dieser Hinsicht Menschen zweiter Klasse. „Moneta“ heißt eine Wanderausstellung des Frauenmuseums Bonn, die nun bis 6. April unter dem Titel „Frauen & Geld in Geschichte und Gegenwart“ im Lüneburger Salzmuseum zu sehen ist.

Die Geschichte einer finanziellen Emanzipation ist nicht unbedingt ein Kernthema des Lüneburger Industriemuseums. Aber Salz, zu Barren geschnitten, dient(e) immer wieder als Währung, also wurde die Präsentation ordentlich aufgerundet. Grundlage sind Schautafeln aus Bonn, anlässlich eines Jubiläums erstellt: Im Jahre 1910 wurde in Bonn die erste Frauenbank gegründet, bei der Konto-Eröffnung mussten noch die Männer um Erlaubnis gefragt werden.

Die 19 Textbanner beleuchten das Thema aus historischer und gesellschaftspolitischer Perspektive. Sinnlicher wird die Präsentation durch Kunstwerke, die sich dem weiblichen Wirtschaften aus unterschiedlichen Richtungen nähern. Da geht es etwa um Entwicklungshilfe-Projekte in Afrika, bei denen die Verwaltung des Geldes den Frauen obliegt, um den Versuch, beim Einkauf im Supermarkt den Überblick über die Haushaltsbilanz zu behalten oder auch mal um Geldschein-Origami.

Eine schier unerschöpfliche Sammlung von Währungen aller Art steuerte der Sammler Robert Erb bei: Kunsthandwerk aus aller Welt, mit dem zu einem festen Kurs bezahlt wurde, tibetanische Teeziegel und schwedische Kupferplatten, Lanzenspitzen und Kaurimuscheln, kleine Skulpturen, die in Fernost als Gewichte dienten, mit denen Opium abgewogen wurde, und Kupferstangen aus dem Kongo, die unscheinbar aussehen, aber einigen Wert besaßen: Für eine bekam man eine Ziege, für zwei einen Sklaven. Ähnlich kostbar waren die Mokkos auf den Inseln Indonesiens: Sie sehen aus wie bronzene Pokale und dienten als Brautpreise. Weniger präzise ist die Kaufkraft von Geldscheinen aus Stoff, die im Ersten Weltkrieg von der Stadtsparkasse Bielefeld ausgegeben wurden.

Zurück in die Gegenwart: Ein großer Symbol-Euro verweist auf die aktuelle Situation: In der Münze fehlt ein Stück, das 23 Prozent entspricht. So groß ist heutzutage die Differenz bei der Bezahlung von Frauen und Männern. Umgerechnet auf den Jahreskalender bedeutet das: Am 20. März ist „Equal Pay Day“ bis dahin haben Frauen umsonst gearbeitet.

„Moneta“ wird begleitet von einem Vortrags-, Führungs- und Workshop-Programm. Nächste Termine: Katja Schneider, Anwältin für Erb- und Familienrecht, spricht am Donnerstag, 5. März, um 18 Uhr über „Testament und Erbe“. Am Sonnabend, 7. März, 14 Uhr, führen Barbara Kahrs und Geesche Rövekamp im Museum unter dem Titel „Haushalten und sparen“ in die deutsche Haushaltswelt der 50er-Jahre.