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„Neues vom Tage“: Premiere für Paul Hindemiths „lustige Oper“ im Theater Lüneburg

lz Lüneburg. Ein Theater kann und darf nicht nur auf die großen Hits setzen. Zwischen „Zauberflöte“, zum letzten Mal vor ausverkauftem Haus am 14. März, und „Anatevka“ (ab 20. Juni) steht eine Oper, die nicht alltäglich ist. Sie ist außerdem lustig, was so gar nicht typisch für das Genre ist. Paul Hindemiths „Neues vom Tage“ hat am Sonnabend, 7. März, um 20 Uhr Premiere.

„Neues vom Tage“ wurde 1929 in der Berliner Kroll-Oper uraufgeführt. Angeregt vom großen Erfolg der „Dreigroschenoper“ schrieb Paul Hindemith seine Oper mit einer Mischung aus Jazzelementen, Tanzmusik und großer Klassik im Stile von Richard Strauss. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die jungen Eheleute Laura und Eduard, die sich scheiden lassen wollen. Doch für eine erfolgreiche Scheidung braucht es einen triftigen Grund. Ihre Nachbarn, Herr und Frau M, haben den entscheidenden Tipp für sie parat: Im „Büro für Familienangelegenheiten“ lassen sich Scheidungsgründe mieten. Und so buchen Laura und Eduard prompt den beliebtesten aller Scheidungsgründe, den schönen Herrn Hermann. Doch kaum tritt Herr Hermann in Aktion, löst dieser in Eduard ganz unerwartet heftige Eifersucht aus. Und so kommt es zum öffentlichen Eklat: Eine Statue in einem Museum geht zu Bruch, und Eduard landet im Gefängnis. Das Gefühls- und Beziehungschaos um Laura und Eduard zieht immer weitere Kreise und lockt schließlich Theaterproduzenten und die Medien an. Ihre Scheidung wird zum öffentlichen Ereignis.

Seit ihrer Uraufführung hat Hindemiths „lustige Oper in drei Teilen“, wie er es nannte, nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Sie kommentiert ironisch, mit viel Witz und Tempo, die Mechanismen öffentlicher Neugier und Sensationsmache und nicht zuletzt den Drang, eigentlich Privates vor aller Augen und Ohren öffentlich zu machen. Das trifft den Kern einer Zeit, in der das Privatleben vieler Menschen in sozialen Netzwerken oder in den täglichen Talkshows im Fernsehen öffentlich zur Schau gestellt wird.

In der Inszenierung von Hajo Fouquet sind Franka Kraneis und Christian Oldenburg in den Hauptrollen zu erleben. Franka Kraneis gehört seit 2010 zum festen Musiktheaterensemble und wurde unter anderem als Gilda in Verdis „Rigoletto“ und als Pamina in Mozarts „Zauberflöte“ gefeiert. Christian Oldenburg war erstmals 2010/2011 als Gast in Lüneburg engagiert. Aktuell spielt und singt er den Papageno in der „Zauberflöte“.

Der schöne Herr Hermann wird von Ensemblemitglied Karl Schneider gesungen. Als Nachbarn, Herr und Frau M, stehen MacKenzie Gallinger und Kristin Darragh auf der Bühne. Außerdem beteiligt sind der Haus- und Extrachor sowie die Statisterie des Theaters Lüneburg. Unter der Leitung von Musikdirektor Thomas Dorsch spielen die Lüneburger Symphoniker. Für das Bühnen- und Kostümbild zeichnet Stefan Rieckhoff verantwortlich. Mit Hajo Fouquet setzte er in der Hansestadt bereits zahlreiche Opernabende in Szene, darunter Puccinis „Tosca“, Tschaikowskys „Eugen Onegin“, Donizettis „Lucia di Lammermoor“ und zuletzt Verdis „Rigoletto“.

Bis zum 5. Juni wird die Oper insgesamt elfmal aufgeführt.