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Seit 1996 stehen die bunt gemusterten Sessel im Theater. Im Sommer haben sie ausgedient. Foto: t&w
Seit 1996 stehen die bunt gemusterten Sessel im Theater. Im Sommer haben sie ausgedient. Foto: t&w

Die Sessel fliegen raus – Das Theater Lüneburg soll in der Sommerpause für 1,4 Millionen Euro saniert werden

oc Lüneburg. Der Intendant blickt auf den kommenden Sonnabend, dann feiert seine Inszenierung von „Neues vom Tage“ Premiere: eine Oper, die zeigt, dass es in dem sonst so tragisch umflorten Fach auch ausgesprochen komisch zugehen kann. Hajo Fouquet und Co-Geschäftsführer Volker Degen-Feldmann richten den Blick aber auch weit voraus. Das müssen sie. Der nächste Spielplan muss eine Reaktion auf die schlechteren finanziellen Bedingungen zeigen und trotzdem attraktiv sein. Und dann fliegen auch noch die bunten Sessel aus dem Saal. Das Theater wird saniert und nutzt dafür zweckgebundene sogenannte EFRE-Mittel, um im Sommer 2015 eine Menge für Lüftung, Heizung, Böden etc. zu tun.

Hinter dem Kürzel EFRE steckt ein Programm der EU, mit dem u.a. eine nachhaltige Entwicklung bei Infrastrukturprojekten gefördert wird. 1,4 Millionen Euro will das Theater in der Spielzeitpause verbauen, 953000 Euro sollen aus EFRE-Mitteln kommen. Über den Antrag ist nicht abschließend entschieden, aber die zuständige NBank hat grünes Licht für einen vorzeitigen Maßnahmebeginn gegeben.

Modernisiert werden sollen Lüftung und Heizung im Zuschauerraum. Das Raumklima hat schon für viel Unmut bei Besuchern gesorgt. Das soll besser werden. Künftig werde man das Saalklima nicht als ganzes, sondern in fünf Segmente unterteilt einstellen können, sagt Degen-Feldmann. Zugleich wird mit einer Kühlung und einer Wärmerückgewinnung auch auf einen ökologisch effizienteren Umgang mit Energie gesetzt. Energiekosten bilden einen hohen Kostenfaktor in dem Haus, das einst als britisches Truppenkino entstand. Die bereits gelaufenen energetischen (Dämm-)Maßnahmen sollen ebenfalls positive Auswirkungen auf den Verbrauch haben.

527000 Euro sind für die Maßnahme veranschlagt. Noch höher 589000 Euro ist der Betrag für neue Theatersessel, einen neuen Boden, eine erneuerte Unterkonstruktion etc. Alles Bereiche, die in die Jahre gekommen sind, das Mobiliar steht seit dem Umbau 1996 im Saal. Die Ausschreibung für neue Sessel läuft. An der Anordnung und Zahl der 542 Plätze ändert sich nichts, denn der Stahlfuß, auf den die Sitze montiert werden, bleibt. „Wir stehen aber schon sehr unter Zeitdruck“, sagt Degen-Feldmann. Die Sessel müssen in Stoff und Farbe ausgewählt, dann gebaut werden. Als besonders arbeitsintensiv gilt aber der Bereich Kühlung/Lüftung.

Modernisiert wird weiterhin die Inspiziententechnik, das schlägt diesmal mit 143000 Euro zu Buche. Hier geht es um Monitore und akustische Einrichtungen, damit die Kommunikation im ganzen Haus auf zeitgemäßen Stand kommt. Entsprechend viel Kabelage ist zu verlegen.

Eine Einschränkung gibt es bei den EFRE-Mitteln, die sonst für 75 Prozent der Kosten genutzt werden können: Bodenbelag, Malerarbeiten und Beleuchtung gelten als nicht förderungsfähig. Dafür müssen Eigenmittel verwandt werden. Die sind laut Degen-Feldmann vorhanden. Sie setzen sich zusammen aus noch nicht in Anspruch genommenen und noch nicht verbrauchten Zuschüssen der Gesellschafter Stadt und Landkreis sowie aus Zuschüssen der Gemeinden.

Alle Ausschreibungen, die jetzt herausgehen, stehen unter dem Vorbehalt der verbindlichen Förderzusagen und der entsprechenden Gremienbeschlüsse.

2 Kommentare

  1. Die sehen noch gar nicht kaputt aus. Die 1,4 Mio sind natürlich Steuergelder und dann ist die Stadt nicht in der Lage ein Sportgelände zu erhalten. Traurig. Mich würden dazu auch mal die Anzahl der Bürger interessieren, die das Theater überhaupt nutzen und das mal ins Verhältnis der staatlichen Mittel setzen, die dort ständig reinfliessen.

  2. Wer hat nur damals so einen hässlich geblümten Bezug ausgewählt.