Aktuell
Home | Kultur Lokal | Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder zieht eine kleine Bilanz zur Startwoche + + + Mit LZplay-Video
Etwas geschafft, aber glücklich: Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder nach der Startwoche. Foto: t&w
Etwas geschafft, aber glücklich: Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder nach der Startwoche. Foto: t&w

Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder zieht eine kleine Bilanz zur Startwoche + + + Mit LZplay-Video

oc Lüneburg. Am Montag waren die Türen zu. Montag ist Ruhetag im Museum. Durchatmen nach Woche eins, Bilanz ziehen: Knapp 9000 gezählte – und viele nichtgezählte – Besucher nutzten die Eröffnungswoche des neuen Hauses. „Es war wirklich eine fulminante Woche, sie hat gezeigt, was alles möglich ist in diesem Museum. Ich glaube, diese Botschaft ist angekommen“, sagt Dr. Heike Düselder. Die Museumsdirektorin hat fast durchweg positive Resonanz auf Haus und Präsentation bekommen. Aber sie weiß auch, wo schnell und wo mittelfristig Handlungsbedarf besteht. Zwei Themen drängen.

Vor allem ist das die Barrierefreiheit. „Wir sind barrierefrei, aber der Zugang ist für viele zu umständlich. Das müssen wir ändern.“ Es gibt zwar einen Hublift für Rollstuhlfahrer, der mit dem allgemein gebräuchlichen Euroschlüssel genutzt werden kann. Nur hat diesen Schlüssel längst nicht jeder Betroffene. „Wir werden eine Gegensprechanlage zur Kasse anbringen“, kündigt Dr. Düselder an, „oder wenigstens eine Klingel“. Auch mit dem Kinderwagen und dem Rollator ist der Zugang ohne – technische – Hilfe mühsam, und es gibt am Eingang eine kleine, nur zwei, drei Zentimeter hohe Schwelle, die ebenfalls eingeebnet werden soll.

Eine weitere Erkenntnis betrifft Beschriftungen an den Objekten: Größe und Lesbarkeit müssen verbessert werden. Und dann gibt es da einen recht langen Katalog, der abgearbeitet werden will. Die Haustechnik läuft noch nicht rund, darum waren am Montag die Türen nicht wirklich zu, Handwerker haben noch gut zu tun. Das Café bekommt seine Stühle erst am 20. März, dann soll schnell die Terrasse geöffnet werden. Für die aber gibt es noch gar kein Mobiliar, Dr. Düselder hofft auf einen Sponsor. Mehr Sitzgelegenheiten auch innerhalb des Museums wünscht sie sich, gerade dort, wo der Blick hinaus auf die Stadt geht. Die Parkplatzsituation, die Medienstationen, die Zahl der Fahrradständer – es gibt viel zum Ver- und Nachbessern.
Das Museum Lüneburg lässt die Besucher ungewöhnlich nah an die Exponate heran, „aber wir sind trotzdem kein Museum zum Anfassen“, sagt Dr. Düselder. Sie verweist auf eine Überwachung per Video, vor allem aber werden die Aufsichtskräfte gefordert sein.

Auch bei sehr gutem Besuch bietet das Museum ausreichend Platz, das wurde mit dem Start klar. „Wir haben in der Eröffnungswoche in jeder Abteilung Vorträge, Konzerte, Theater geboten. Wir können ganz schnell Flächen dafür räumen“, sagt die Direktorin. Dazu kommt das neue Foyer mit dem Prachtausblick auf die Stadt als Ort für Veranstaltungen. Das alte Foyer samt früherem Patriziersaal an der Wandrahmstraße dient künftig vor allem Sonderausstellungen. Die erste – „Art Tapestry“ – startet am 10. April.

Das steht in Kürze bevor: Am 20. März wird ein Eisenbahnwaggon im Wandrahmpark aufgestellt, am 22. eingeweiht, ein Projekt mit der Geschichtswerkstatt als Erinnerung an die Bombardierung und Ermordung von KZ-Häftlingen am Bahnhof. Ein Programm von Museumspädagogik bis Vorträgen soll so richtig im April anlaufen.

Was aus der ersten Woche beibehalten wird, das sind unter anderem die Expertenvorträge zu Einzelthemen, die Kooperation mit dem Stadtarchiv, und bis auf Weiteres bieten die Kuratoren des Hauses täglich um 15 Uhr eine einstündige Führung durchs Haus. Noch ein paar Zahlen zum Start: 190 Jahreskarten wurden verkauft, zusammen mit dem noch provisorischen Shop kamen 9200 Euro in die Museumskasse, dazu viele Spenden.

Und was war das schönste Lob der ersten Woche? „Am Sonntag sagte eine Frau, sie sei jetzt richtig stolz auf ihre Stadt“, das Museum habe Identität gestiftet.

Der normale Eintritt beträgt acht, ermäßigt vier Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren kommen umsonst ins Museum. Die Jahreskarte gibt es für 30 Euro, für Familien kostet sie 45 Euro.

 

 

One comment

  1. Werner Schneyder

    Nun, das neue Mudeum ist eine Wucht und stärkt den kulturellen Standort Lüneburg. Wie man allerdings ein Gebäude so inklusionsfeindlich bauen kann, ist mir völlig unklar. Man kommt ja gar nicht rein, es fehlt eine Rampe, man muss klingeln.

    Erklärende Texte mit Blindenschrift fehlen, Schriften sind of zu klein, usw. usw.

    Ich erinnere: 2006 hat die BRD die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben.