Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Mal wieder unterwegs

oc Lüneburg. Vor einigen Jahren hat Jenniffer Kae geschmeckt, wie dünn die Luft ist, wenn man ziemlich weit oben ist. Die Sängerin landete mit „Little White Lies“ einen satten Radiohit und stand vor einer Karriere im Mainstream-Hitgeschäft. Sie aber stieg aus dem Karussell aus. Jenniffer Kae wollte und will sich nicht verbiegen lassen. Sie macht nach wie vor Pop, aber sie bestimmt das Tempo. Jetzt zieht sie es für ein paar Wochen und einige Konzerte mal wieder an auf Tour mit Johannes Oerding.

Der Hamburger hat eine lange Tournee mit seinem Platz-3-Album „Alles brennt“ vor sich, sie führt von Göttingen über Wien nach Papenburg. Eine Handvoll Konzerte im Süden wird Jenniffer Kae mit Olaf Niebuhr (Gitarre) und Lars Plogschties (Percussion) eröffnen. Oerding hat sie eingeladen, sie kennen sich schon lange: 2009 sangen sie mit Soulounge bei den „Hamburg Sounds“, 2013 tourten sie mit der Seat Music Session durch die Schweiz. Sie blieben in Kontakt, erzählt Jenniffer Kae, die seit einigen Jahren in Lüneburg lebt und irgendwann weiter raus will aufs Land.

Sie kennt das Showgeschäft von Kindesbeinen an, ihre Eltern lebten es vor. 2002 sang sie sich bei der Casting-Show „Teenstar“ ins Halbfinale, ein Jahr später kam sie genauso weit bei „Star Search“. Daraus entstand die Single „Smile“ (Platz fünf der Charts), 2008 folgte das Album „Faithfully“, produziert von Peter Hoffmann. Jenniffer Kae war Gast bei Stefan Raabs „TV total“, bei „Nur die Liebe zählt“, und es hätte so weitergehen können. Aber sie hatte das Gefühl, sich zu verlieren, „es ging zu schnell“, sagt sie und nahm eine Auszeit. Sie führte über Schweden nach Lüneburg.

Auf der Bühne blüht Jenniffer Kae regelrecht auf, „meine Stimme ist das, was mich über Grenzen schubst“, sagt sie. Das war wiederholt bei der 1st Class Session zu erleben, im Salon Hansen und andernorts. Es gibt aber die andere Seite, da ist eine verletztliche, nachdenkliche Frau zu entdecken. Jenniffer Kae sagt es anders: „Mir ist es wichtig, die Gemeinschaft zu spüren, nicht nur in einer Künstlerwelt zu sein.“

In jüngerer Zeit hat sie eine Reihe deutscher Songs geschrieben, sie seien noch nicht reif für die Bühne, meint sie. Für die kleine Tournee greift sie zurück auf ihre EP „Eyes Open Wide“. Deren Lieder sind ihr wichtig, es sind Schritte, die sie zu einem eigenen Profil und zu sich selbst führen. Sicher, sie wird bei den Konzerten auch „Little White Lies“ singen, das Stück, das viele kennen, „und ich singe es nach wie vor gern.“

Mit Olaf Niebuhr und Lars Plogschties hat sie vorab ein Video an der Ilmenau gedreht, es ist auf ihrer Facebook-Seite zu finden. Auf der Tour wird das Trio an Off-Tagen Straßenkonzerte geben, und vor dem Start haben die Drei noch einen Warm-up-Gig in Lüneburg eingebaut. Es wird eng werden beim Dreiteiler in der Unteren Schrangenstraße, wo das Trio am 17. April um 18 Uhr spielt. Kae mag das Spontane und Unmittelbare, das bei kleinen Konzerten zu erleben ist.

Am 19. geht es dann gen Süden mit einem Stopp beim Presswerk in Hannover die Sängerin hat 500 EPs nachpressen lassen. Abends sollten die ersten über den Tresen gehen im Tollhaus. Das steht in Karlsruhe.