Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Erika Döhmen bei den Proben, die in einem Kursraum des Kraftwerks am Pulverweg stattfinden. Foto: t&w
Erika Döhmen bei den Proben, die in einem Kursraum des Kraftwerks am Pulverweg stattfinden. Foto: t&w

„Welche Droge passt zu mir?“ ab Freitag in der Kulturbäckerei

oc Lüneburg. Hanna ist Hausfrau, ihr Mann schwer beschäftigt, ihr Sohn sieben und sehr sensibel. Das Heim ist schön und stilvoll, aber Hanna spürt in sich eine enorme Leere und einen ebenso großen Druck. Zum Glück gibt es dafür bzw. dagegen kleine Helfer. Ein nach außen strahlendes, nach innen brüchiges Leben beschreibt Kai Hensel in seinem Solostück „Welche Droge passt zu mir?“ Erika Döhmen spielt die Hanna jetzt in der Kulturbäckerei, zum ersten Mal am Freitag, 17. April, um 19.30 Uhr.

In rund 80 Minuten erklärt Hanna, wie es einem/einer mit den Stimmungsaufhellern Ecstasy, Koks und LSD so ergeht. Den bundesweit erfolgreichen Monolog spielte in Lüneburg bereits vor fünf Jahren Agnes Müller, damals in einer Inszenierung von Rüdiger-Walter Kunze im T.NT. Jetzt folgt eine Fassung des Schauspielkollektivs, Regie führt Thomas Flocken. Die Produktion wird in der Kulturbäckerei gezeigt, geht dann auf Schultournee, Zielrichtung: 10. Klasse aufwärts.

„Das Stück erhebt nicht den Zeigefinger, sondern zeigt einfach Wahrheit“, sagt Regisseur Thomas Flocken. Deutlich werde dabei, fügt Erika Döhmen hinzu, dass Hannas Selbstbild nicht mehr mit der Realität übereinstimmt. Der Text beleuchtet, zum Teil satirisch zugespitzt, wie Drogen kurz- und langfristig den Menschen verändern. Und das gilt nicht nur für synthetische und illegale Drogen.

Erika Döhmen bewegt sich auf vielen Theaterfeldern. Sie spielte am Theater Lüneburg, in Geesthacht, arbeitete mit den Sülfmeistern. Aktuell ist sie auch in Lauenburg zu sehen, gleich am Tag nach der Premiere ihres Solos. Sonnabend und Sonntag, 18./19., spielt sie im Theater Lauenburg in der Komödie „Agathe und ich“ von Frank Pinkus.

Zurück in die Kulturbäckerei: Sechs Aufführungen des rund 80-minütigen Solos sind geplant. „Welche Droge passt zu mir?“ ist Teil des zehnten Jahres des Schauspielkollektivs, das im Kern Thomas Flocken und Julia von Thoen betreiben. Ein Schwerpunkt ihres Theaters ist die Präventionsarbeit an Schulen.

Zu den Erfolgsstücken zählt „Flasche leer“, ein Stück über Alkoholmissbrauch. Zu dem Thema wird es noch in diesem Jahr eine neue Produktion geben, ein weiteres wird sich mit dem Problem Magersucht befassen. In „Unten rum“ wird es um den Umgang mit Sexualität gehen, „und dann graben wir noch eine Produktion wieder aus“, sagt Thomas Flocken: „Executor 14“. Das Stück von Adel Hakim über die Entstehung von Hass hatte Burkhard Schmeer schon einmal in Lüneburg gespielt, inszeniert von der mittlerweile gestorbenen Evelyn Rosemann. In diesem Jahr übernimmt Thomas Flocken die Regie. Bleibt eins: Wie berichtet, unterstützt das Land Niedersachsen die Produktion von „König und König“, ein Märchen, bei dem es um gleichgeschlechtliche Liebe geht.