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Eine der bestätigten Topkünstler: Patti Smith. Sie wird am 7. August auftreten. Foto: FKP Scorpio/nh
Eine der bestätigten Topkünstler: Patti Smith. Sie wird am 7. August auftreten. Foto: FKP Scorpio/nh

„A Summer`s Tale“ in Luhmühlen: Interview mit dem Festivalmacher Folkert Koopmans

oc Luhmühlen. Es hat so ein Festival in Deutschland noch nicht gegeben. Vier Tage lang, vom 5. bis 8. August, wird „A Summers Tale“ in Luhmühlen weit mehr als Musik bieten. Stars der Rock-/Pop-/Folkszene prägen zwar das Programm von Patti Smith über Calexico bis Zaz , aber mit Lesungen, Film, Yoga, Kunst, Theater, Weinverkostung und vielem mehr soll eine andere, stressfreie und erwachsenere Atmosphäre entstehen als bei reinen Rockfestivals. Mit solchen kennt sich der Veranstalter aus. Folkert Koopmans, Geschäftsführer von FKP Scorpio, veranstaltet neben Konzerten von Bryan Adams bis Robbie Williams unter anderem das Hurricane Festival in Scheeßel, das Southside-Festival, das Mera Luna, weitere in Skandinavien, dazu den Rolling-Stone-Weekender. . . Im LZ-Interview erklärt Koopmans die Idee hinter „A Summers Tale“.

Sie haben viel Erfahrung mit großen Festivals, mit „A Summers Tale“ weichen Sie von Modellen wie dem Hurricane aber deutlich ab.

Folkert Koopmans präsentiert 15 Festivals in Europa, in Luhmühlen startet er etwas in der Größenordnung Neues. Foto: FKP Scorpio/nh
Folkert Koopmans präsentiert 15 Festivals in Europa, in Luhmühlen startet er etwas in der Größenordnung Neues. Foto: FKP Scorpio/nh

Koopmans: Wir erwarten nicht, dass „A Summers Tale“ ein Hurricane wird, wo wir jedes Jahr mit 73000 Besuchern ausverkauft sind. Da wollen wir auch gar nicht hin. Es gibt aber doch ein Publikum, das nicht in erster Linie festivalaffin ist und vor allem Party will, wie es beim Hurricane der Fall ist. Es gibt viele Menschen, die wollen gute Musik hören und mehr als das, eine entspannte Atmosphäre, eine saubere Umgebung, bessere Speisen und Getränke und vor allem auch andere Angebote, von Yoga bis Film.

Gibt es Vorbilder für „A Summers Tale“?

Koopmans: Es gibt zum Beispiel das Wilderness-Festival in England, das startete mit 5000 Besuchern, heute liegen sie bei 20- bis 25000. Dort kommen im Prinzip Kinder mit ihren Eltern oder eben Eltern mit ihren Kindern, dazu die 30-Jährigen, die zum Beispiel Frank Turner oder Paolo Nutini hören wollen, und auch für die Fünf- bis Zehnjährigen wird etwas geboten. England ist uns in Dingen wie diesen immer ein paar Jahre voraus. Letztlich wollen wir, dass „A Summers Tale“ wie eine Art Kurzurlaub erlebt wird, auf verschiedenen Ebenen, weitläufig, ohne Stress.

Ist dann das Festival 2015 eine Art Pilotprojekt?

Koopmans: Ja, wir wollen da etwas aufbauen. Auch das Elbjazz in Hamburg hat fünf Jahre gebraucht, bis es sich rechnete. Ich glaube aber, dass es ein großes Potenzial für Festivals wie „A Summers Tale“ gibt.

Mit wieviel Besuchern rechnen Sie denn?

Koopmans: 5000 bis 7000 Leute wären fürs erste Jahr das, was wir haben wollen. Das darf dann wachsen, bis vielleicht 25000 Besucher maximal. Es darf nicht zu groß werden, dann verliert man den Komfort-Charakter, allein schon, um den Ort sauber zu halten.

Wie kamen Sie auf Luhmühlen?

Koopmans: Das war eigentlich Zufall, der Ort wurde bei einer Präsentation vorgestellt. Wir sind dann zwei-, dreimal über das Gelände gelaufen und haben gesehen, dass es sich ideal eignet.

Das Programm wurde scheibchenweise bekannt gegeben, auch fehlten lange die Tage, wann wer auftritt, das ließ sich höchstens auf der Homepage von Künstlern lesen. Stand da eine Idee hinter dem Vorgehen?

Koopmans: Das ist keine Idee, das ist der normale Ablauf. Wir bekommen eben nicht immer alles so schnell bestätigt, wie wir es gern möchten. Aber jetzt steht es weitgehend.

Neue Namen und Termine

Die Festivalmacher haben jetzt die Auftrittstage des bisher bestätigten Bühnenprogramms festgelegt:

  • Am Mittwoch, 5. August, stehen unter anderem William Fitzsimmons, Nneka, Hudson Taylor und Gavin James auf der Bühne. Es wird zudem ein Special Guest erwartet.
  • Headliner am Donnerstag, 6., ist Damien Rice. Vorher spielen Belle & Sebastian, Augustines, Ryan Sheridan, Mister & Mississippi und weitere Bands.
  • Am Freitag, 7., werden neben anderen Künstlern Patti Smith, Zaz, Mighty Oaks und Get Well Soon spielen.
  • Für Sonnabend, 8. sind bisher Calexico, Yann Tiersen, Sophie Hunger, Waxahatchee und Songhoy Blues bestätigt. Auch an diesem Tag soll es einen Special Guest geben.
    Eine Übersicht über das Bühnenprogramm an den einzelnen Spieltagen bietet die Webseite asummerstale.de.