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Emrah Serbes ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Türkei. Er zählt seit der Proteste im Gezi-Park auch zu den wichtigsten Stimmen im gesellschaftlichen Widerstand gegen das Regierungssystem und  überzogene Polizeigewalt. Foto: vedat arik
Emrah Serbes ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Türkei. Er zählt seit der Proteste im Gezi-Park auch zu den wichtigsten Stimmen im gesellschaftlichen Widerstand gegen das Regierungssystem und überzogene Polizeigewalt. Foto: vedat arik

Neue Staffel der Literatur-Reihe „Grenzenlos“

lz Lüneburg. Der Roman „Die Lebenden reparieren“ der französischen Autorin Maylis de Kerangal fand in Frankreich große Beachtung und hat sieben renommierte Auszeichnungen erhalten. Nach einem Autounfall diagnostizieren die Ärzte den klinischen Tod eines jungen Mannes. Zugleich stellen sie fest, dass er sich zum Organspender eignet. Die Konsequenzen einer Entscheidung zur Transplantation verfolgt der Roman über einen Zeitraum von 24 Stunden.

Wie verhalten sich Ärzte und die Familien in solchen Situationen auf Leben und Tod? Wie verkraften Menschen überhaupt solche unerwartbaren, unausweichlichen Chancen und das gleichzeitige Ende aller Chancen? Maylis de Kerangal stellt den Roman am Montag, 18. Mai, um 19.30 Uhr im Heinrich-Heine-Haus vor. Barbara Wahlster, Leiterin der Literatur-Redaktion bei Deutschlandradio Kultur, moderiert und übersetzt das Gespräch, die Schauspielerin Barbara Lanz liest die deutschen Textpassagen. Die Deutsch-Französische Gesellschaft Lüneburg ist Kooperationspartner.

Maylis de Kerangal, 1967 in Toulon geboren, wuchs in Le Havre auf und veröffentlichte in Frankreich 2000 ihren ersten Roman. Mit „Die Brücke von Coca“, 2012 auf Deutsch erschienen, war sie für den Prix Goncourt nominiert. Barbara Wahlster arbeitete lange Jahre als freie Autorin, Journalistin und Kritikerin vorwiegend für den Rundfunk. Daneben veröffentlichte sie Bücher und Beiträge für ausländische Magazine und übersetzte Sachbücher aus dem Französischen.

2 Weiter geht es mit der von Literaturbüro und Literarischer Gesellschaft veranstalteten „Grenzenlos“-Reihe am Dienstag, 9. Juni, um 19.30 Uhr im Heine-Haus. Emrah Serbes ist nicht nur einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Türkei, sondern gilt seit den Gezi-Protesten im Sommer 2013 durch seine aktive Teilnahme am Widerstand und seine öffentliche freie Meinungsäußerung gegen den Premierminister auch als „Stimme des Volkes“.

Im Jahre 1981 in Yalova geboren, studierte Serbes in Ankara Theaterwissenschaften. In dieser Zeit arbeitete er als Reporter für die Zeitschrift „Hayvan“ und schrieb Theaterkritiken für „Radikal“. Serbes liest aus dem Band „Fragmente“ (binooki Verlag) , der literarische Miniaturen versammelt, die ursprünglich als Blog erschienen sind, sowie aus dem noch unveröffentlichten Roman „deliduman“, in dem er die Ereignisse im Gezi-Park aufgreift und von einem Sommer unter einer Rauchwolke aus Tränengas erzählt.

Der Berliner binooki Verlag, 2011 von den Schwestern Selma Wels und Inci Bürhaniye gegründet, bietet türkische Literatur in deutscher Übersetzung. 2013 wurde der Verlag mit dem Kurt-Wolff-Förderpreis ausgezeichnet, da er „sich facettenreich und mit großer Lust an Entdeckungen der türkischen Literatur annimmt und dabei demonstriert, wie sich türkische und deutsche Kultur ganz ohne Klischees miteinander in Verbindung bringen lassen.“

Am Dienstag, 7. Juli, steht das berühmte Kinderbuch „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll im Mittelpunkt eines bunten Programms, organisiert von Studierenden der Leuphana Universität. Sie nehmen teil an dem Praxisseminar „Alice 150: celebrating Alice in Wonderland von Prof. Dr. Emer O´Sullivan. Dieser Klassiker der Weltliteratur erschien erstmals 1865, so dass sich in diesem Jahr die Veröffentlichung zum 150. Mal jährt. Das genaue Programm wird im Laufe des Semesters erarbeitet.

Vorverkauf für alle Termine unter Tel. 04131-309-3687 sowie bei Lünebuch und Bücher Am Lambertiplatz.