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Volker Tancke schuf das Motiv für die erste Produktion, mit der sich das Theater-Konglomerat vorstellt. Foto: nh
Volker Tancke schuf das Motiv für die erste Produktion, mit der sich das Theater-Konglomerat vorstellt. Foto: nh

Premiere in der KulturBäckerei – Von den Spuren des Krieges

oc Lüneburg. Die Region ist um eine professionelle freie Theatertruppe reicher. Volker Tancke, seit sechs Spielzeiten als Sänger am Theater Lüneburg, hat vor einem knappen Jahr das Theater-Konglomerat gegründet. Jetzt stellt die Projekttruppe ihre erste Produktion vor: „Die Geschichte vom Soldaten“ mit Musik von Igor Strawinsky und einem Text von Charles-Ferdinand Ramuz.

Den Anlass für die Aufführung liefert der 70. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und NS-Diktatur. Das Musiktheaterstück erzählt von einem heimkommenden Soldaten, der sich auf einen Pakt mit dem Teufel einlässt und darum ringt, seine Seele zurückzuerobern. Das Werk stammt aus dem Jahr 1917. Strawinsky hatte zu dieser Zeit seine russische Heimat verlassen, lebte in der Schweiz. „Die Geschichte vom Soldaten“ entstand unter dem Eindruck des Kriegs, in dem auch Strawinskys Bruder Gury starb.

Das Werk nutzt Musik, Tanz und Sprache für Szenen, in denen der Teufel für den Krieg steht, der Soldat das Abbild einer gebrochenen Existenz darstellt. Der Text von Ramuz basiert auf einer Sammlung russischer Märchen von Alexander Afanassjew. Der Text wird zum Teil in Gedichtform vom Vorleser rhythmisch zur Musik deklamiert, zum Teil entsteht ein gesprochenes Drama. Schauspieler und eine Tänzerin werden dabei von einem kleinen Kammermusikensemble begleitet.

Volker Tancke, der die künstlerische Leitung innehat, nutzt weitere Mittel, um die Geschichte zu erzählen bis hin zur Sandmalerei. Die musikalische Leitung übernimmt der 1988 geborene Phillip Barczewski. Weitere Mitwirkende sind Musiker aus dem Umkreis der Lüneburger Symphoniker, die Schauspieler Burkhard Schmeer und Thorsten Dara sowie Katerina Vlasova und eben Volker Tancke, der zurzeit auch in der Hindemith-Oper „Neues vom Tage“ zu hören ist.

Premiere hat „Die Geschichte vom Soldaten“ am Freitag, 8. Mai, um 19 Uhr in der KulturBäckerei. Bereits am Vortag ist um 11 Uhr eine Voraufführung zu sehen. Bei der Premiere und nach der Aufführung am Sonnabend, 9. Mai (Beginn 20 Uhr), gibt es im Anschluss eine Lesung und ein Gespräch mit Dr. Dörte von Westernhagen, Autorin des Buches „Die Kinder der Täter“. In einem zweiten Terminblock ist das Stück im Forum der Musikschule zu erleben, am Freitag, 19. Juni, um 11 Uhr sowie am Mittwoch, 24., und Dienstag, 30., jeweils um 19 Uhr. Am 24. und 30. kommt im Anschluss an die Aufführung Dr. Katrin Meyn (Leitende Oberärztin der Psychiatrischen Klinik Lüneburg) zu einem Vortrag plus Gespräch zum Thema Traumatisierung.

Schirmherr der Produktion ist Oberbürgermeister Ulrich Mädge.