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So zeigt sich Valerie Le Fiery ihren Lesern, eine gewisse Anonymität ist ihr wichtig. Foto: nh
So zeigt sich Valerie Le Fiery ihren Lesern, eine gewisse Anonymität ist ihr wichtig. Foto: nh

Eine Lüneburgerin schreibt unter dem Namen Valerie Le Fiery Buch um Buch

oc Lüneburg. Sie lebt seit 22 Jahren in Lüneburg, hat in Verwaltungen gearbeitet, für die Post und so dies und das. Das Netz hat ihr Leben verändert und sie darüber auch ihren Namen getauscht. Müller, Schulze, Schmidt gibt es in jeder Stadt zuhauf. Wenn die Lüneburgerin, die auch so einen Allerweltsnamen trägt, bei Facebook, Twitter, auf ihrer Homepage und vor allem als Autorin unterwegs ist, nennt sie sich Valerie Le Fiery. Das war zugleich als Schutz gedacht, denn was sie schreibt, das ist nicht immer jugendfrei. Zum Schreiben, sagt die Lüneburgerin, sei sie gekommen „wie die Jungfrau zum Kind“.

Sie ist eine kleine Frau, vom Typ her nicht betont auffällig zurechtgemacht, die Haare locker zusammengebunden, sie hat eine erwachsene Tochter, arbeitet auch im Büro ihres Mannes, sie redet schnell. Sie machte und macht vor allem eine Menge Kontakte im Internet, und da stieß sie auf eine Seite namens „bookrix“. Dort kann jeder kostenlos Bücher veröffentlichen, das sind schlechte Zeiten für all die sogenannten Verlage, die Schreibwütige regelrecht gemolken haben. Der Weg zum eigenen Buch ist heute leicht und muss nichts kosten, nur schreiben, das muss noch jede/jeder selbst. „Es ist wie ein Fieber“, sagt die Lüneburgerin.

Sie versuchte es eben einfach, und schnell bissen im Netz Leser an. Nun hat diese Valerie Le Fiery in rund drei Jahren sieben Bücher veröffentlicht, keines bei einem DKZV, wie sie betont. DKZV steht für Druckkostenzuschussverlag. Mehrere ihrer Bücher erschienen bei Stuber Publishing, einem Billigbuch-Verlagskonsortium, das der Schweizer Reto Stuber in New York aufmachte und das vor allem auf den deutschsprachigen Markt zielt.

Erotisches, auch der deftigeren Art, ist eine Seite ihres Schreibens, vielleicht die am engsten beschriebene. Aber es gibt auch andere Dinge, freundliche Kurzgeschichten und Romane, die menschliche Dramen schildern wie zuletzt „Sophia dem Abgrund so nah“. Das ist die Geschichte einer Frau, die alles hat und doch aus ihren rosa Wolken fällt. Sie stürzt ab, in Alkohol und andere Betäubungsmaßnahmen. Die Geschichte erinnert an „Welche Droge passt zu mir?“, das Stück, das zurzeit in der KulturBäckerei zu sehen ist. Das „Sophia“-Buch ist als Ebook bei Amazon und Onlineshops zu finden, auch als Taschenbuch bei Amazon, als Bestellbuch über den Buchhandel.

Die Lüneburgerin ist Teil einer ziemlich großen Community von Autoren, die sich gegenseitig bestärken in ihrer Leidenschaft. Ihre Bücher liegen selten auf den Tischen der Buchhandlungen, sie schwärmen durchs Netz. Oft arbeitet die Lüneburgerin mit einem Kollegen zusammen, Frank Böhm, der sich viel mit homosexuellen Themen befasst. Man müsse „das Echo aufgreifen“, sagt Valerie Le Fiery zu ihrem Schreiben und: „Jeder kann kriegen, was er möchte.“ Wohin ihr Schreiben geht, darauf hat die Resonanz Einfluss.

Mehr über Valerie Le Fiery und ihr Schreiben findet sich im Netz, dort hat sie eine Seite: https://velvetvenus.wordpress.com/