Aktuell
Home | Kultur Lokal | „Yehudi Menuhin Live Music Now“– Das tut allen gut
TBone Brass nennen die vier jungen Posaunisten ihr Quartett. Jetzt spielten sie im Alten- und Pflegeheim der Augusta-Schwesternschaft. Foto: t&w
TBone Brass nennen die vier jungen Posaunisten ihr Quartett. Jetzt spielten sie im Alten- und Pflegeheim der Augusta-Schwesternschaft. Foto: t&w

„Yehudi Menuhin Live Music Now“– Das tut allen gut

oc Lüneburg. Yehudi Menuhin war nicht nur einer der berühmtesten Geiger der Musikgeschichte. Er hat sich schon früh für den Nachwuchs eingesetzt und dafür, dass die Magie der Musik auch Menschen erleben, die sonst nicht in Konzerte gehen bzw. gehen können. 16 Jahre nach dem Tod Menuhins ist seine Idee quicklebendig, dafür steht die 1977 ins Leben gerufene Organisaton „Yehudi Menuhin Live Music Now“. Dank Dorothea von Xylander kommt das Lüneburg zugute, jüngst im Alten- und Pflegeheim der DRK Augusta-Schwesternschaft.

Dorothea von Xylander hat die Hamburg-Ausgabe von Live Music Now mitgegründet. Sie hat geholfen, den Kontakt zu Musikhochschulen herzustellen, mit einem großen jährlichen Benefizkonzert Geld einzuspielen und die Organisation aufgebaut, die nun seit Jahren in und um Hamburg aktiv ist. Das Projekt schafft etwas, das heute gern als Win-Win-Situation bezeichnet wird. Für Altenheime, Flüchtlingsunterkünfte, Hospize, Haftanstalten, Obdachloseneinrichtungen bereichert der Auftritt junger Musiker kostenlos den Alltag. Die Musiker wiederum bekommen Auftrittsmöglichkeiten, „und sie machen menschliche Erfahrungen“, so von Xylander.

Oberin Elisabeth Börner-Gleiß von der Augusta-Schwesternschaft sieht es als „große Wertschätzung an, uns so ein Konzert auf höchstem Niveau zu bieten. Es ist einfach ein Geschenk.“ Zu Gast waren nun vier junge Posaunisten in der Heinrich-Heine-Straße. Cornelius Hussing, Vasyl Shparkij, Jelte Dreetz und Justus Reiff, alle studieren in Hamburg. „Die Auftritte bieten einfach eine unglaublich gute Möglichkeit, das Zusammenspiel zu üben, mit möglichen Auftrittsängsten umzugehen, moderieren zu lernen, und man tut etwas sozial Gutes“, umreißt Cornelius Hussing den Wert der stets rund 45-minütigen Konzerte. Dass es ein Honorar gibt, schadet natürlich auch nicht. Als TBone Brass ist das Quartett unterwegs. Rund zehn Konzerte im Rahmen von Live Music Now haben die Posaunisten bereits gespielt.

Entsprechend locker gehen sie ihren Auftritt an. Posaunen kommen gut bei alten Menschen, Querflöten hätten es schwerer, die hohen Töne sind im Alter nicht immer gut auszumachen. Musik von Gabrieli über Mendelssohn Bartholdy bis zum Jazzstandard von Hogy Carmichael gehörten zum Programm. Ein Gershwin-Medley sorgte für mitwippende Füße, und Walzer und Märsche zum Finale lösten ein begeistertes Echo aus. Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude so steht es in einem Live-Music-Now-Prospekt, der Yehudi Menuhins Überzeugung spiegelt.

Rund 140 junge Musikstudierende bilden den Pool, aus dem heraus das Hamburg-Team von Live Music Now Konzerte organisiert. Der Hamburger Verein hat prominente Unterstützer, in seinem Ehrenkomitee sitzen unter anderem Daniel Barenboim und Sir John Eliot Gardiner. Seit der Gründung haben die Hamburger mehr als 2800 Auftritte veranstaltet. Dorothea von Xylander, selbst Organistin, hat für morgen, Donnerstag, um 19.30 Uhr ein Konzert für Violine und Klavier im Familienzentrum Plus organisiert. Kommende Woche stehen zwei Konzerte für vier Hörner auf ihrem Programm. Und so wird es weitergehen.