Aktuell
Home | Kultur Lokal | Draußen kann es schöner sein
Theater in der Innenstadt sorgte 2014 für viele Besucher, das wird in diesem Sommer wieder so sein. Foto: thomas-photo
Theater in der Innenstadt sorgte 2014 für viele Besucher, das wird in diesem Sommer wieder so sein. Foto: thomas-photo

Draußen kann es schöner sein

oc Lüneburg. Die Abende werden sicher bald wärmer, und die Kultur findet auch wieder draußen statt. Pfingstsonntag schon rockt sich Peter Maffay bis zu den unvermeidlichen „Sieben Brücken“ in Uelzen vor, und in Luhmühlen tanzt sich über Pfingsten die Elek­troszene warm. Nach und nach wird sichtbar, was die warme Jahreszeit noch so an Open-Air-Ereignissen in der Region bringt zum Beispiel wieder ein Theaterfestival in der Lüneburger Innenstadt. Dafür sorgt zum zweiten Mal der Verein „Zum Kollektiv“. Jetzt weiß das Team, was gespielt wird, der Vorverkauf läuft.

Der Verein Zum Kollektiv gründete sich 2012. Die Idee: eine Plattform für Kultur und Austausch zu schaffen. Dafür nutzt der nicht nur studentisch geprägte Verein zum Beispiel leerstehende Immobilien. Er bespielte das Scharffsche Haus, in dem nun das Ostpreußische Landesmuseum residiert, und zurzeit einen Raum am Pulverweg, den er Vitrine nennt. Dort gibt es Musiksessions, Filme, kleine Ausstellungen, Kleidertauschbörsen und mehr.

Für das Theaterfestival vom 3. bis 5. Juli hat das Kollektiv-Team ein Programm der vielen Formate zusammengestellt. Es gibt Improvisationstheater und Poetry Slam, Tanz, Theater mit Figuren und Theater auf der Straße mit Etta Piehl aus Lüneburg. Junge Sänger präsentieren Arien und Duette aus Opern, das Duo Fokko Wolkenstein setzt eine schrille Musikshow dagegen, und Kindertheater steht auch im Plan. Gespielt wird wie im Vorjahr am Sonnabend und Sonntag parallel auf zwei Bühnen, im Rathausgarten und auf dem Hof der früheren Musikschule, An der Münze.

„Wir sind 15 Leute im Organisationsteam, am Festival selbst aber sind alle aus dem Verein dabei“, sagt Lilith Gawol vom Team. Das lädt zum Auftakt in den Salon Hansen, wo am Freitag, 3. Juli, ab 20 Uhr Günther Harder seinen Bar­abend „Willkommen im ewigen Leben“ nach Motiven von Michel Houellebecq zeigt, anschließend sorgt die Band Ear für Singer/Songwriter-Pop.

Lüneburger mischen beim Festival wieder mit. Philip Richert wird seinen Liederabend „Denn ohne Discokugeln wär das Leben ärmer“ aufführen und mit Gregor Müller eine „Faust 2“-Premiere bieten, als Projekt mit Videoinstallationen und einem Bühnenbild von Saleh Rozati. Das theater im e.novum kündigt „Der Ring. Nibelungen“ an, „Indoor“-Premiere ist am 6. Juni. Die Theaterwerkstatt des Offenen Ateliers wird seine Poduktion „Nach der Sehnsucht sehen“ zeigen und vieles mehr. Der Kartenvorverkauf läuft bei der LZ-Veranstaltungskasse, im Café Avenir und auf dem Campus im Plan B.

Es kommt allerdings zu einer kleinen Überschneidung, denn am Starttag, 3. Juli, wird im Kurpark ein „SommerRausch“ geboten. Den organisieren der studentische Verein KulturRausch und Originalton Lüneburg mit einem Programm, an dem noch gestrickt wird. Das hätte vielleicht auch gut zusammengepasst.

Was passiert noch draußen?

Ein Überblick ohne Vollständigkeit, aber mit Blick über die Kreisgrenze: Das lunatic-Festival am 5./6. Juni bietet auf dem Leuphana-Campus Live-Musik von Alphabet Pony über Krahnstöver bis Uptheshutf**ck. Für Freitag gibt es Restkarten, der Sonnabend ist ausverkauft, was heißt, dass 3500 Besucher pro Tag auf dem Gelände feiern.

Das Jahrmarkttheater bespielt wieder Maria Krewets idyllischen Hof in Wettenbostel, ab 6. Juni um 15 Uhr mit dem Familienstück „Schwein oder Nichtschwein“, ab 30. Juli mit „Hamlet. Ein Mordspiel“.

Beim Höpen Air in Schneverdingen treten am 13. Juni Torfrock, Illegal 2001 und The Keltics auf. Ausverkauft ist das Gastspiel der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern auf dem Bleckeder Schlosshof: Dort gastieren am 3. Juli Ulrich Tukur & die Rhythmusboys.

Ein neues Festivalformat richtet sich in Luhmühlen an ein Publikum, das es gern etwas komfortabler hat: „A Summers Tale“ bietet vom 5. bis 8. August Musik von Patti Smith, Zaz, Tori Amos, Calexico und anderen, Lesungen von Heinz Strunk und Clemens Meyer, Workshops von Yoga bis Charleston etc.

Oper open air: Auf dem Gelände des Castanea Golf Resorts Adendorf wird am 7. August Verdis „Nabucco“ aufgeführt.

Das dritte e-ventschau-Festival für die Kinder von Tschernobyl und Fukushima wird am 5. September in Ventschau von Karolina Kingdom und anderen Musikern bespielt.

Picknick, Pferde und Spitzenmusik auf dem Landgestüt Redefin: am 27. Juni mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Daniel Hope (Violine), am 18. Juli mit der Academy of St. Martin in the Fields und Joshua Bell (Violine/Leitung), am 5. September mit Mutters Virtuosi um Anne-Sophie Mutter (Violine/Leitung).

Das Kleine Fest im Großen Park wird am 7. und 8. August viele Besucher auch aus dem Lüneburgischen nach Ludwigslust locken.