Aktuell
Home | Kultur Lokal | Die freie Szene blüht – Ein Tag, drei Premieren: theater im e.novum, Thomas Ney Theater, Jahrmarkttheater
Auf dem Schrottplatz traf sich das Nibelungen-Team des theaters im e.novum. Foto: theater/wege
Auf dem Schrottplatz traf sich das Nibelungen-Team des theaters im e.novum. Foto: theater/wege

Die freie Szene blüht – Ein Tag, drei Premieren: theater im e.novum, Thomas Ney Theater, Jahrmarkttheater

oc Lüneburg. Es gab mal eine Zeit, da gab es das Stadttheater Lüneburg und dann noch ein paar Amateurgruppen. Das Stadt- ist zum Theater Lüneburg geworden, und drumherum haben sich eine Menge Profis als freie Gruppen angesiedelt: Dazu zählen das theater im e.novum, das Theater zur weiten Welt, das Schauspielkollektiv, das Thomas Ney Theater, Burkhard Schmeer mit seinen Aktivitäten, jüngst das Theater-Konglomerat und gleich nebenan das Jahrmarkttheater. Die Amateurszene hat sich ebenfalls weiterentwickelt, mit der Rampenlicht-Truppe und den Sülfmeistern an der Spitze.

Alle suchen und finden meist ihr Publikum. Hartes Brot ist es für die Akteure dennoch in der Regel, die Liebe zum Beruf geht schon mal durch den eher leeren als vollen Magen. Das Wachsen der freien Szene schadet dem Theater Lüneburg nicht. Es bietet um die 40 Produktionen plus Gastspiele und Konzerte im Jahr, so viel wie kaum je zuvor, und freut sich ebenfalls über gute bis sehr gute Quoten. Das Kulturpublikum in Lüneburg scheint noch schneller zu wachsen als die Einwohnerzahl. Am Sonnabend, 6. Juni, stehen gleich drei Theaterpremieren freier Gruppen auf dem Plan. Behaupten müssen sie sich gegen das ausverkaufte lunatic-Festival, die Jazznight und weitere Konzerte.

Sie haben es schon einmal gespielt, damals in der Umbauspielzeit, in der Herderschul-Aula: Woody Allens „Spiels nochmal, Sam“. Thomas Ney war dabei, ebenso Henning Karge. Das ist 20 Jahre her. Damals zählten auch Isabel Arlt und Erika Döhmen zu denen, die das Theater Lüneburg prägten. Ney trommelte nun das heute frei arbeitende Quartett zusammen, und sie proben die Komödie noch einmal. Premiere: Sonnabend, 6. Juni, 19.30 Uhr, KulturBäckerei.

Das Stück, 1969 geschrieben, 1972 verfilmt, erzählt von Allan Felix. Er hat eindeutig zu oft „Casablanca“ gesehen, und darüber ist ihm die Frau abhanden gekommen. Der Filmkritiker steckt in einer Krise, nur sein Alter Ego weiß Rat: Humphrey Bogart, immer cool und so überlegen. Allans Freunde, Dick und Linda, wollen ihm wieder zu einer Frau verhelfen, doch Allan verliebt sich ausgerechnet in Linda, und da ist auch Humphrey am Ende seiner Ratschläge.

Damals, in der Regie von Andreas Strähnz, der heute am Schleswig-Holsteinischen Landestheater ist, hatte Thomas Ney den Part des Allan inne. Jetzt führt Ney Regie und wird den Mann spielen, der die Ratschläge gibt und vermutlich einen Trench trägt. Als Mann in der Krise ist Henning Karge zu sehen. Das ist dann fast schon eine Abschiedsvorstellung. Karge bereitet seine Auswanderung vor, will künftig in Los Angeles leben und arbeiten. Linda, die Frau, in die sich sein Allan verliebt, wird von Erika Döhmen verkörpert. Sie spielt zurzeit in der KulturBäckerei das Solo „Welche Droge passt zu mir?“ Vierte im Bunde ist Isabel Arlt, die erst mal nachrechnet, wie viele Rollen sie da übernimmt es werden fünf verschiedene Frauen sein, die alle in Kontakt zum Frauensucher Allan geraten.

Siebenmal wird die Komödie aufgeführt, um die Bühne kümmern sich Kathrin Matzak und Matthias Riske. Termine nach der Premiere: 12./13.6., 3./4. und 17./18.7. jeweils um 19.30 Uhr.

An vorwiegend jüngeres, jugendliches Publikum richtet sich „Der Ring. Nibelungen.“ Frei nach Richard Wagner wird der Blick auf das Wesentliche gerichtet, mit „Augenzwinkern“, wie Margit Weihe und Co-Regisseurin Anastasia Schönfeld ankündigen. Bei der Geschichte vom begehrtesten Fingerschmuck der Welt werden viele Stars und Sternchen der berühmten Sage auftreten, Versprochen werden Tempo, Humor, schräge Wortgefechte und bissige Ironie.

Spielen wird das Jugendensemble J345, wobei die Zahlen einzeln zu sprechen wären. Die Premiere am Sonnabend, 6., beginnt um 20 Uhr. Bis zum 4. Juli folgen sieben Vorstellungen. Für das Bühnenbild und für das Werbefoto ging die Truppe auf den Schrottplatz.

An das jüngste Publikum an diesem Junitag richtet sich eine neue Produktion des Jahrmarkttheaters, das bereits um 15 Uhr open air in Wettenbostel „Schwein oder Nichtschwein“ spielt. Das „Familienstück mit Musik“ von Thomas Matschoss und Anja Imig erzählt von einer Freundschaft zwischen Ameise und Schwein.