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Mohn, ein Werk aus der aktuellen Serie Keen Insight des Lüneburger Künstlers Ralf Peters. Foto: nh
Mohn, ein Werk aus der aktuellen Serie Keen Insight des Lüneburger Künstlers Ralf Peters. Foto: nh

Neue Werke von Ralf Peters: Alles hat den gleichen Wert

oc Lüneburg. Ralf Peters ist Fotograf und macht schöne Bilder. Das ist nicht interessant. Auch wenn es stimmt. Etwas genauer: Ralf Peters erstellt fotografische Arbeiten, die zum Hinschauen verführen, die vertraut erscheinen, und doch irritiert etwas. Der Fotograf, 1960 in Lüneburg geboren, zeigt oder suggeriert Realität. Er nimmt Ausschnitte aus der uns umgebenden Welt auf und macht eine eigene, hintersinnige daraus. Realität und Fiktion scheinen sich zu überlappen oder überlappen sich tatsächlich. Peters arbeitet in Serien, sein Werk ist international gefragt. Sein aktuelles Projekt heißt „Keen Insight“, zu deutsch in etwa „scharfer Einblick“ oder sogar „scharfe Erkenntnis“.

Er hat Malerei und Bildhauerei in Braunschweig und München studiert und kam 1998 zur fotografischen Kunst. Heute sind es Galerien in Frankfurt, Berlin, Zürich und Miami, die das Werk des Lüneburgers vertreten. Es gibt Serien, die prominent geworden sind: die von den Tankstellen, die auf ihr Aral- oder BP-Licht reduziert erscheinen. Die Fotografien von Models, die sich so wahnsinnig ähnlich sehen, als seien es bearbeitete Aufnahmen ein und derselben Frau. Oder schon früh die von der alleralltäglichsten New Yorker Straßenszene, auf der aber mal nur Männer, mal nur Frauen die Stadt bevölkern. Das Spiel mit (Un-)Möglichkeiten zieht sich durch das Werk des Lüneburgers. Das ist auch bei „Keen insight“ so. „Ich bin bei der Serie sicher, dass es so noch kein anderer Künstler gemacht hat“, sagt der Künstler, der im Roten Feld lebt und arbeitet.

Ralf Peters hat aus einer eher gewöhnlichen Perspektive heraus schöne Natur aufgenommen, per Stativ und so, dass er vom Vordergrund bis zum Horizont von seinem Motiv schichtweise scharfe Bilder bekam. Im Rechner montiert er aus den Einzelbildern nun ein einziges, bei dem alles die gleiche Schärfe erhält. „Was mich interessiert, ist die Gleichstellung der Ebenen. Ich gebe jedem Detail das gleiche Gewicht, die gleiche Schärfe, die gleiche Bedeutung, alle Ebenen funktionieren gleichzeitig.“ Das lässt sich über das Bild hinaus interpretieren, hinter dem künstlerischen und technischen Konzept lässt sich somit ein inhaltliches diskutieren.

Damit das feinste Härchen auf einem Blütenstängel so gestochen scharf erscheint wie die Poren des Asphalts, die Blätter der Birke am Straßenrand und die Konturen des Horizonts, ist minutiöse Arbeit wichtig. Die Faszination des Bildes, das real und irreal zugleich wirkt, erschließt sich dem Betrachter über das Format, die Größe. Das Mohn-Motiv wird auf 141×180 Zentimeter gedruckt.

Dass Ralf Peters Kunst sich etabliert hat, lässt sich leicht an Adressen ablesen. Werke von ihm finden sich in den Sammlungen der Deutschen Dank, der Hypo Vereinsbank, im Lenbachhaus München, bei der UBS Bank in Zürich und Mailand und vielen Instuitionen mehr und bei einer Reihe privater Sammler. Dass seine Kunst Qualität besitzt, das spiegeln auch Preise, die ihm zugesprochen wurden, dazu zählt der des Lüneburgischen Landschaftsverbandes, Ralf Peters war 2009 der erste Preisträger.