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Von Dreh zu Dreh: Für sein nächstes Projekt muss Tilman Pörzgen Reiten und Rugby lernen. Foto: t&w
Von Dreh zu Dreh: Für sein nächstes Projekt muss Tilman Pörzgen Reiten und Rugby lernen. Foto: t&w

Tilman heißt jetzt Paul

oc Lüneburg. Sie sind jetzt so bei 250000 Besuchern. „Das ist nicht schlecht, das ist okay“, sagt Tilman Pörzgen, der in diesem Fall Paul heißt und einen Außenseiter spielt. „Abschussfahrt“ heißt der Film, der Ende Mai startete und zurzeit in 315 deutschen Kinos läuft. Die Teenie-Komödie um nerdige Jungs, die es in Prag mal richtig krachen lassen wollen, ist für den Lüneburger Schauspieler so etwas wie „der große Fisch“, der Durchbruch. Mit dem Dreh vor einem Jahr füllte sich schlagartig sein Kalender, und jetzt muss er dringend Reiten und Rugby lernen. Es bleibt Zeit für einen Kakao bei seinem Liebelingscafé in der Glockenstraße.

Der 22-Jährige ist einen Weg der kleinen Schritte gegangen. Er startete bei Margit Weihes Kindergruppen im theater im e.novum, „das war hart, aber im Nachhinein gut, ich bin jetzt sehr dankbar für diese Zeit“, sagt Pörzgen. Entdeckt hatte ihn bei „Frühlings Erwachen“ ein Agent, die Zusammenarbeit hält an. Tilman Pörzgen spielte beim „Backstage Club“ im Hamburger Schauspielhaus, „ich wollte was Neues rausfinden, hatte Lust mehr zu machen und mehr und mehr und mehr“. Das trieb und treibt ihn immer weiter, runter von der Bühne und vor die Kamera. Tilman Pörzgen ging auf Castings, tauchte in Episoden- und Studentenfilmen auf, „und letzten Sommer kam der große Fisch“. Eine Hauptrolle in der abgedrehten Komödie, die eine höchst turbulente Nacht dreier Spätpubertärer in Prag schildert.

Mit dem Dreh kamen gleich mehrere. Tilman Pörzgen spielte jüngst in „SOKO Köln“ (ZDF), er drehte in Südafrika „Super-Dad“ für SAT 1, stand mit Dieter Hallervorden und Anja Kling für den ARD-Film „Chuzpe“ vor der Kamera, und am vergangenen Freitag startete im ZDF „. . . und dann noch Paula“, eine sechsteilige Sitcom — ab Folge fünf mit Pörzgen. Der junge Schauspieler hat einen Lauf.

„Ich spiele oft eine Art Identifikationsfigur, einen Normalen.“ Wichtig ist es ihm, auch bei den Komödien in die Figur etwas Ernsthaftes reinzubringen, „die Caster sehen das“. Er ist offen für vieles. Actionfilm? „Klar, megageil. Gibt es nur in Deutschland nicht so oft.“ Beim Rugbytraining, was er kompakt in Berlin machen wird, kann er sich immerhin auspowern, vielleicht auch beim Reiten, da wird er vor den Toren Lüneburgs Erfahrungen aus der Kindheit auffrischen. Wofür er trainiert? „Das darf ich noch nicht sagen.“ Aber ab Juli wird gedreht. Es wird lustig.

Zeit für Fußball fehlt, Pörzgen kickte bei Eintracht. Zeit fürs Fitnesstudio ist auch manchmal knapp. Aber die Stadt, aus der er lange unbedingt wegwollte, die ist jetzt, wo er sehr viel auf Achse ist, sein Anker. „Ich freue mich, wenn ich herkomme, wohne nach wie vor mit meinem besten Kumpel zusammen“, sagt Tilman Pörzgen. Dann reden wir noch über Lionel Messi und Barcelona, darüber, dass er Werder-Fan ist und sein Kumpel für den HSV, und dann ist sein Kakao alle. Mehr von Tilman Pörzgen? Demnächst in Ihrem Kino.