Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Eines von insgesamt 542 Exemplaren: Friedrich von Mansberg, Volker Degen-Feldmann und Hajo Fouquet (v.l.) präsentieren den künftigen Theaterstuhl. Gesucht werden noch Paten für die Finanzierung der Sitze. Foto: t&w
Eines von insgesamt 542 Exemplaren: Friedrich von Mansberg, Volker Degen-Feldmann und Hajo Fouquet (v.l.) präsentieren den künftigen Theaterstuhl. Gesucht werden noch Paten für die Finanzierung der Sitze. Foto: t&w

Der Saal leuchtet künftig rot

oc Lüneburg. Mit Zeitdruck arbeiten, in kurzer Zeit Großes stemmen, das ist im Theater Alltag. Jetzt, kurz vor der Sommerpause, laufen die Uhren aber doch etwas langsamer, bei vielen richtet der Urlaubsgeist das Denken schon mal auf Riga und London, Österreich und Philippinen aus — wohin die Reise so gehen mag. Anders bei Volker Degen-Feldmann: Er hat gerade Urlaubsende. Der Co-Geschäftsführer des Theaters sieht prompt einem „engagierten Zeitplan mit wenig Reserven“ entgegen. Sechseinhalb Wochen sind es, dann soll das Theater anders aussehen — und zu spüren bekommt die Baumaßnahmen des Sommers auch das Publikum.

„Werden Sie Stuhlpate!“ steht auf einem Prospekt. Denn wenn Heizung und Kühlung im Theatersaal erneuert werden, dazu die Sessel ausgebaut werden müssen, dann sollen künftig neue Polster besessen werden. Anders gesagt: bunt raus, rot rein. Zwanzig Jahre hielten die 542 Sessel, die beim Umbau 1995 montiert wurden. Die gemusterten Bezüge haben ausgedient. Künftig leuchtet der Theatersaal rot — passend zu Vorhang und zu einem neuen Teppich im Foyer.

Die Modernisierung und energetische Sanierung des Theaters lief im vergangenen Sommer an. Ging es da um Fassaden und Dächer, so soll nun das Innenleben effizienter gemacht werden. Den Großteil der Kosten trägt die EU, es greift ein Fonds für regionale Entwicklung. Ein wesentlicher Punkt betrifft den Bereich der Heizung. Künftig gibt es im Theatersaal auch eine Kühlung. Und konnte das Raumklima bisher nur im Ganzen beeinflusst werden, so lässt es sich künftig in fünf Segmenten steuern. Wenn es also hinten in den höher gelegenen Sitzreihen mal wieder so richtig warm wird, kann gegengekühlt werden. „Jeder Zuschauer produziert hundert Watt“, sagt Volker Degen-Feldmann. Da geht es schnell heiß zu im Theater.

Pro neuem Theatersessel müsse das Theater hundert Euro draufzahlen, sagen Degen-Feldmann und Intendant Hajo Fouquet. Nun hoffen sie auf Stuhlpaten. Für hundert Euro können Theaterfreunde die Bühne unterstützen, und auf Wunsch wird das auch per Plakette am Stuhl bestätigt. Auf Wunsch gibt es außerdem eine Spendenbescheinigung, und wer will, kann sich sein Engagement sogar per Urkunde bescheinigen lassen. Ansprechpartner für das Projekt ist Friedrich von Mansberg, Chefdramaturg und Vertreter des Intendanten. Erreichbar ist er unter Tel. 04131/752228 oder per Mail: Mansberg@theater-lueneburg.de. Die Aktion ist nicht befristet, weder was die Zahl der Patenschaften angeht, noch zeitlich.

Zeitlich nämlich wird Gas gegeben, sobald am 28. Juni „Anatevka“ vor bereits ausverkauftem Haus gelaufen ist. Sechseinhalb Wochen haben die Handwerker für Heizungs- und Lüftungsrohre, neuen Farbanstrich, für Teppich und Sessel, auch für Umbauten zum Feuerschutz und für einen weiteren Notausgang im T.NT. Nach sechseinhalb Wochen starten die Proben, und am 6. September beim Theaterfest soll der Saal zu Kinderkonzert und Abendgala bezogen werden. Jeder, der mal eine Sanierung miterlebt hat, weiß, dass sich im Boden mitunter Überraschungen ergeben. Sie könnten Volker Degen-Feldmann die Zeit kurz werden lassen, aber er geht von einem Happy End aus.