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An allen vier Terminen dabei sind Organist Daniel Stickan und Saxophonist Uwe Steinmetz. Foto: nh
An allen vier Terminen dabei sind Organist Daniel Stickan und Saxophonist Uwe Steinmetz. Foto: nh

Die Kirchen-Reihe „Lebensklänge“ in St. Nicolai geht bereits in das vierte Jahr

ff Lüneburg. Was als Experiment begann, entwickelt sich zur festen Institution: Bereits in die vierte Runde geht in der nächsten Woche die Veranstaltungsreihe „Lebensklänge“ von Daniel Stickan und Uwe Steinmetz in der Lüneburger St. Nicolaikirche. Eine Symbiose von zeitgenössischem Jazz mit theologischen Erörterungen — das klingt zunächst ein wenig kompliziert, trifft aber offensichtlich einen Nerv. Kirche als Raum für spirituelle Erfahrung und Themen, die auch im Alltag eine Rolle spielen, das ist die Idee.

Es geht den beiden Veranstaltern nicht darum, Bach-Kantaten und die vertrauten Oratorien in Frage zu stellen. Aber auf Choräle wie „O Haupt voll Blut und Wunden“ mag sich nun einmal nicht jeder Zeitgenosse einlassen, auch nicht auf Kantoreien, die „Jauchzet!, Frohlocket!“ jubeln. Also stellen sie neben den klassischen Kirchen-Kanon ihr eigenes Format. Mittlerweile sind Daniel Stickan und Uwe Steinmetz mit ähnlichen Projekten bundesweit aktiv. Die Entwicklung in St. Nicolai Lüneburg ist vielversprechend. Konkrete Besucherzahlen gibt es zwar nicht, denn der Eintritt ist frei. Gebeten wird aber um Spenden, und die haben sich im Laufe der drei Jahre deutlich erhöht.

Alle vier Abende der neuen Reihe werden von Daniel Stickan (Tastensintrumente) und Uwe Steinmetz (Saxophone) musikalisch begleitet. Der Schwerpunkt der Musik liegt, was durchaus Tradition hat, auf Improvisationen und der Suche nach einer Klanglichkeit, die eine Brücke zu den theologischen Inhalten schlägt. Im Mittelpunkt der Abende aber stehen wechselnde Instrumental-Solisten und ein Theologe. Das aktuelle Programm:

Mittwoch 1. Juli: Thema „Dissonanz“, mit Dr. theol. David Gilland von der Leuphana Universität, und Sebastian Gille. Der Hamburger Saxophonist war mit Kollegen wie Al Jarreau, Norma Winstone und Nils Wogram unterwegs, 2009 gründete er sein eigenes Quartett, dessen Debütalbum „Anthem“ 2011 erschien.

Mittwoch, 15. Juli: „Schuld“, mit Pastor Gunnar Jahn-Bettex (St. Michaelis Lüneburg) und der Berliner Harfenistin Kathrin Pechlof. Die klassisch ausgebildete Musikerin hat sich auch als Improvisateurin und Komponistin einen Namen gemacht. Sie gilt als eine der wenigen Instrumentalistinnen ihres Fachs, die den Klang der Harfe in den Jazzkontext integriert hat.

Mittwoch, 29. Juli: „Eigensinn“, mit Dr. theol. Julia Koll (Loccum) und dem Berliner Kontrabassisten Ralf Schwarz. Der vielseitig aktive Musiker gehört zu dem Jazzquartett Cyminology, das kammermusikalischen zeitgenössischen Jazz mit der Lyrik persischer Dichter und mit eigenen Texten verbindet.

Mittwoch, 12. August: „Optimismus“, mit Pastor Eckhard Oldenburg (St. Nicolai Lüneburg) und dem Hamburger Bassisten und Gitarristen Sven Kerschek. Der in zahlreichen Jazz-Formationen aktive Musiker arbeitet auch an Produktionen in verschiedenen Theatern im norddeutschen Raum mit.

Die Reihe Lebensklänge wird durch die Lüneburger Sparkassenstiftung unterstützt. Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr.