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Nachts in Lissabon: Die Eléctrico fährt, begeistert Touristen, inspiriert Literaten und Fotografen wie André Poling. Foto: Poling
Nachts in Lissabon: Die Eléctrico fährt, begeistert Touristen, inspiriert Literaten und Fotografen wie André Poling. Foto: Poling

André Poling zeigt in der KulturBäckerei Fotos seiner Lissabon-Faszination

oc Lüneburg. Keiner, der Lissabon besucht, kommt an der Straßenbahn vorbei. André Poling stieg in die Tram bald nicht nur als Tourist ein. „Ich hatte seit über zwanzig Jahren immer wieder Lissabon bereist. Von Anfang an hatte es mir die Straßenbahn besonders angetan, dieses knuffige und umweltfreundliche Verkehrsmittel“, sagt der Asendorfer Fotograf. Seine Faszination für „Os Amarelos“, die Gelben, mündete in das Foto-Reise-Buch „Mit der Tram durch Lissabon“ (2014, Transpress Verlag) und nun in eine Ausstellung in der KulturBäckerei. Sie wird am Sonnabend, 27. Juni, um 11 Uhr eröffnet.

Seit 1901 sind die Eléctricos unterwegs, anfangs wurden sie zu 99 Prozent nur von Männern, bald aber von allen Bewohnern der portugiesischen Hauptstadt genutzt, und heute stellen die nostalgischen Bahnen zugleich eine Top-Touristenattraktion dar. Vor allem bei den begehrten Linien 28 und 12 empfiehlt es sich, rechtzeitig am Ausgangspunkt der je nach Strecke bis zu 90 Minuten langen Linienfahrt auf die Bahn zu warten. Fahrpläne gelten allerdings nur bedingt, denn oft hindern in den schmalen Straßen Lieferfahrzeuge und parkende PKW die vergebens klingelnde Tram an der zügigen Weiterfahrt.

„In meinen Fotografien habe ich versucht, den Zauber der Straßenbahn einzufangen und hinter die Kulissen des Straßenbahnbetriebs zu schauen“, sagt André Poling. Ihn begeistert nicht allein das Rattern und Schaukeln der altgedienten Trambahnen, die hoch und runter die Hügel der Stadt befahren, oft zentimeternah zu Hauswänden. Poling weiß auch, wie sehr die Eléctricos Literaten inspirierten. So kann man bei Fernando Pessoa lesen: „Nichts: nur das Geräusch der Elektrischen, wie ein Streichholz, das die Dunkelheit der Seele erhellt und die lauten Schritte eines ersten Passanten.“ Für Polings Buch schrieb Sabine Weiß („Hansetochter“) Texte, in denen sie die Geschichte der Tram erzählt, die schönsten Sehenswürdigkeiten an den fünf Strecken benennt sowie die literarischen Einflüsse, die sich etwa bei Alfred Döblin und Pascal Mercier spiegeln.

Polings „Hommage an eine großartige Stadt und ihre Menschen“ ist bis zum 19. Juli zu sehen, montags bis freitags von 12 bis 19 Uhr. Bei der Vernissage liest Sabine Weiß Gedichte von Fernando Pessoa.

One comment

  1. Die Ausstellung von André Poling ist wirklich sehenswert! Nicht nur, dass die Bilder schön sind und einen Hauch von Fernweh vermitteln, der Fotograf hat auch Zitate platziert und damit seine Liebe zu Lissabon dokumentiert. Das ist eine Ausstellung, die auch Ausstellungsmuffel begeistern wird!