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Starke Stücke: Junge Schauspieler/innen zeigen ihre Interpretationen von bekannten Geschichten. Foto: t&w
Starke Stücke: Junge Schauspieler/innen zeigen ihre Interpretationen von bekannten Geschichten. Foto: t&w

Theater im e.novum: Der Kern der Kinderbuch-Klassiker

hjr Lüneburg. Sechs Monate lang haben sich Jungen und Mädchen auf ungewohnten Terrains ausprobiert. Sie lernten kreative Elemente kennen, setzten eigene Ideen um, improvisierten, tauchten in die faszinierende Welt fremder Charaktere ein: Spannende Tuchfühlung mit der Bühne. Sensibel begleitete Annäherungen, die Talente entdecken halfen, Selbstbewusstsein förderten. „Starke Stücke“ heißt das Projekt, mit dem Margit Weihe vom Lüneburger Theater im e.novum seit drei Jahren den Nachwuchs anspricht. Am Wochenende wurden die staunenswerten Resultate erneut einem begeisterten Publikum präsentiert.

Die ersten Schritte auf den berühmten Brettern regten die insgesamt 34 Akteure in zwei Gruppen zu vitalen, bunten und prallen Szenen an. Die Sieben- bis Zehnjährigen hatten sich unter Leitung von Theaterpädagogin Edina Hasselbrink Otfried Preußlers „Das kleine Gespenst“ vorgenommen, die Zehn- bis Vierzehnjährigen beschäftigen sich viele Wochen mit dem Klassiker „Die rote Zora und ihre Bande“ von Kurt Held. Julia Knappe betreute den Wachstumsprozess. Keine fertigen Inszenierungen sollten es sein, sondern Verdichtungen der bekannten Geschichten, die inhaltliche Essenz im Blick und zugleich ein Hineinschnuppern in die Bühnenluft.

Die Kleinen lockten die zahlreichen Besucher auf Burg Eulenstein, wo das plötzlich ans Tageslicht geratene Gespenst manches Abenteuer besteht und gleich eine ganze Kleinstadt durcheinander bringt. Die rote Zora und ihre Genossen sind nicht minder aufregend bei der Sache. Sie haben den elternlosen Branco aufgenommen und ziehen mit ihm auf Diebestour, natürlich nur bei den Reichen. Auch die älteren Darsteller glänzten mit amüsanten Einfällen. Rund eine Stunde dauerten die komprimierten Fassungen jeweils und dokumentierten das Engagement der Nachwuchs-Schauspieler.

„Wir möchten mit unserem Projekt Kinderbuchklassiker bearbeiten und alle Beteiligte die Möglichkeiten des Theater erfahren lassen, die Kraft von Mimik und Gesten vermitteln, am Ausdruck feilen. Wir konzentrierten uns dabei auf das Wesentliche, wollen keine Ausstattungsrevue bieten“, so Margit Weihe. Ihr pädagogisches Programm gewährt sinnvolle und nachhaltig wirksame Erfahrungen, beschert den Teilnehmenden einen Exkurs, in dem sie das gemeinsame Handeln üben und koordinieren.