Donnerstag , 8. Dezember 2016
Aktuell
Home | Kultur Lokal | Kaderschmiede und Aushängeschild – Halle für Kunst in Lüneburg feiert 20-jähriges Bestehen
Erinnerungen und Ausblicke standen im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier; von links: die künstlerische Leiterin Stefanie Kleefeld, Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Veronika Olbrich (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur) und Prof. Dr. Ulf Wuggenig, Vorsitzender des Kunstvereins. Foto: ff
Erinnerungen und Ausblicke standen im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier; von links: die künstlerische Leiterin Stefanie Kleefeld, Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Veronika Olbrich (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur) und Prof. Dr. Ulf Wuggenig, Vorsitzender des Kunstvereins. Foto: ff

Kaderschmiede und Aushängeschild – Halle für Kunst in Lüneburg feiert 20-jähriges Bestehen

ff Lüneburg. Die Halle für Kunst feiert ihr zwanzigjähriges Bestehen. In einer tausendjährigen Stadt mag das nur ein Wimpernschlag sein. In einer schnelllebigen, von immer neuen Positionen und Strukturen geprägten Kunstwelt ist das aber ein echtes Jubiläum. Als „internationales Aushängeschild für Lüneburg“ würdigte Oberbürgermeister Ulrich Mädge den Kunstverein, über die bemerkenswerte „Risikobereitschaft“ der Halle für Kunst, ihre stete Selbstreflexion und das Hinterfragen der eigenen Rolle der Halle für Kunst, die damit durchaus als „Kaderschmiede“ funktioniere, sprach Veronika Olbrich, Referentin für Bildende Kunst im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Mehr als 50 Kunstvereine gebe es in Niedersachsen, so Olbrich. Dieses Phänomen mit dem entsprechenden Konkurrenzdruck und dem Zwang, ein eigenes Profil zu entwickeln, habe zu einem hohen Niveau geführt, das sich im Falle Lüneburg in einer Reihe von Kunstpreis-Nominierungen dokumentiere.

Prof. Dr. Ulf Wuggenig, Vorsitzender der Halle für Kunst, erinnerte an die Entstehung des Kunstvereins in den 90er-Jahren, einer Zeit, in der sich der internationale Kunstmarkt in einer Krise befand. In dieser Situationen seien die meisten Kunstvereine entstanden, die sich von den klassischen Mustern der Präsentation abwandten und neue Wege der Kunst-Vermittlung suchten, zugleich vielen jungen Künstlern als Karriere-Sprungbrett dien(t)en. „Deutsche Künstler sind weltweit angesehen“, so Wuggenig. Und weil nicht davon auszugehen sei, dass sie per se talentierter als andere sind, so stelle sich die Frage nach der Struktur im Lande. „Der entscheidende Unterschied im internationalen Vergleich sind eben die Kunstvereine, die gibt es in dieser Dichte nur in Deutschland“.

Viel Arbeit wird mit wenig Geld geleistet. Oberbürgermeister Mädge brachte die Sparkassenstiftung ins Spiel, die als Sponsor vermehrt Verantwortung übernehme. Zweitens: Der Daniel-Frehse-Preis, dessen Geschichte mit dem Inkubator verknüpft war und dessen Vergabe zunächst als beendet galt, soll auf eine neue Basis gestellt werden.

Der sechswöchige Veranstaltungszyklus zum Jubiläum mit insgesamt 18 Terminen in der Reichenbachstraße 2 ist nun beendet. Die nächste Ausstellung nach der Sommerpause (ab 11. September) ist Mathis Altmann gewidmet, eine kleine Skulptur von ihm gehört bereits jetzt zur Halle für Kunst, die mit ihren Exponaten eine Revue der vergangenen Jahre präsentiert.