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Die Salaputia Brass Connection. Foto: nh
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Jung, gut und motiviert: Die Salaputia Brass Connection

oc Lüneburg. Er ist schlank und jung und rieselt sich etwas Zucker in den Latte Macchiato. Anton Borderieux ist mal wieder in der Stadt, die ihn zur Musik führte. Aktuell ist er in Sachen Salaputia Brass Connection unterwegs. Das ist eine Formation, die Klassik spielt, die Neues mit Altem verbindet, die weiß, was Virtuosität bedeutet und was Groove. Am Sonntag, 26. Juli, sind die zehn Musiker um 19 Uhr in der Pauluskirche zu erleben mit einem Programm namens „tanzt!“

Jung sind sie alle in dieser Formation und gut sowieso. Denn zusammen kamen sie als Studierende über das Bundesjugendorchester. Es entstand die Idee, eine Gruppe zu bilden, wie sie als German Brass berühmt wurde. Mittlerweile haben die meisten Mitglieder Positionen bei großen Orchestern besetzt, beim Gewandhausorchester Leipzig, bei der Hamburgischen Staatsoper, beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, bei den Nürnberger Symphonikern… Anton Borderieux hat noch Zeit, er ist 24 Jahre jung, Kulturförderpreisträger des Landkreises Lüneburg, er steckt im Studium, in Basel.

Dort baut der Trompeter seinen Master, vorher hatte er in Hamburg studiert. So reist er nun von Süd nach Nord und zurück. In Lüneburg tritt er nach wie vor gern auf, mit der musizierenden Familie, aber auch, um etwas auszuprobieren. Mit Pianistin Deborah Coombe hat er jüngst Jazzstandard gesungen, zum Beispiel „Round Midnight“, einen Klassiker, den unter anderem Miles Davis berühmt machte. Der war ja auch Trompeter.

Mit der Salaputia Brass Connection spielte Borderieux auch auf Festivals, etwa dem Mozartfest Würzburg. Die Kontakte wachsen: Die Festpiele Mecklenburg-Vorpommern, das Rheingau Musik Festival, viele sind an dem jungen Ensemble interessiert.

Schon im ersten Jahr des Bestehens 2011 nahmen die Salaputias die CD „Sinfonietta“ auf. Gestartet hat das Zehnerpack jetzt ein neues Albumprojekt. Dafür haben sie Komponisten aus verschiedenen Ländern gebeten, etwas für Salaputia zu schreiben. Dabei soll das Klang­idiom der Heimatländer zum Tragen kommen, und es darf gern rhythmusbetont sein. Ein Label hat schon angebissen, und als Tonmeister wurde ein erfahrener Mann gebucht, der hat schon bei German Brass für den guten Klang gesorgt.

Anton Borderieux bringt Erfahrung aus der Jungen Norddeutschen Philharmonie mit und ist in einem zweiten Projekt unterwegs, auch das eines von jungen, ehrgeizigen Musikern, die Lust auf andere Wege haben. Neue Formen des Erarbeitens von Programmen, neue Wege der Präsentation gehören dazu. Beim ensemble reflektor, das sich mit Beethovens „Eroica“ in der Musikschule Lüneburg vorstellte, ist Borderieux im Vorstand aktiv. „Ich befinde mich jetzt auf Schienen, auf denen ich mich irrsinnig gerne bewege“, sagt der Trompeter.
Bei beiden Ensembles ist es aber nicht leicht, zu gemeinsamen Proben zu finden. Die Musiker leben übers Land verstreut. Die Salaputias tauschen sich eng aus, treffen sich vor den Konzerten, proben „und dann gehts los“. So wird es auch in Lüneburg sein, von dort ziehen sie weiter zu den Klosterkonzerten Preetz. Im September folgt der nächste Konzertblock.
In der Pauluskirche spielen sie Berühmtes wie die „Polowetzer Tänze“ von Alexander Borodin und Irving Berlins „Puttin On The Ritz“, aber auch von Hans Werner Henze geschriebene „Ragtimes & Habaneras“ und den „Underground Plumbing Blues“ von Andy Baker. Jive, Tango, Rumba, es geht sprichwörtlich rund in dem Konzert.

Salaputia, das muss noch erklärt werden, ist der Plural vom lateinischen salaputium, was soviel wie Knirps oder Zwerg bedeutet. Anton Borderieux ist schlank und lang, musikalisch alles andere als ein Zwerg. Groß ist es auch, dass der Eintritt zu dem Konzert frei ist.